Hilden: Stadtbrandmeister verabschiedet
VON ULI SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 13.02.2012Hilden (RP). 45 Jahre lang war Lothar von Gehlen ehrenamtlich bei der freiwilligen Feuerwehr in Hilden tätig. Nun wurde er in der Feuerwache vor zahlreichen Gästen in den Ruhestand verabschiedet.
Großer Bahnhof zum Abschied von Lothar von Gehlen: Bürgermeister Horst Thiele hatte zu Ehren des scheidenden Stadtbrandmeisters in die neue Halle der Feuerwehr eingeladen. Vertreter der Verwaltung, des Rats der Stadt und der hiesigen Wirtschaft waren dabei ebenso präsent wie Leiter der Feuerwehren im Kreis Mettmann und Kreisbrandmeister aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf. Außerdem: die versammelte Feuerwehrtruppe, Freunde und Verwandte.
Fabricius-Medaille in Silber
Thiele lobte vor mehreren hundert Gästen den scheidenden Leiter der freiwilligen Feuerwehr für seine Menschenkenntnis und Managerqualitäten, die er als Chef der Truppe an den Tag gelegt habe, immer nach dem Motto: "Einer für alle, alle für einen." Dass die Wehr keine Nachwuchssorgen kenne, sei ebenfalls von Gehlens Engagement zu verdanken. Mit dem Stadtwappenschild und der Fabricius-Medaille in Silber belohnte der Bürgermeister den 45 Jahre langen – ehrenamtlichen – Einsatz des gebürtigen Hildeners.
Engagement
Seit 1995 war Lothar von Gehlen Chef der Hildener Feuerwehr, die aus der hauptamtlichen Wache und der Freiwilligen Feuerwehr besteht.
Künftig will er sich stärker bei der Arbeiterwohlfahrt Hilden engagieren, in deren Vorstand er seit Anfang dieses Jahres sitzt.
Von "elf Jahren vertrauensvoller Zusammenarbeit auch mit der Polizei im Kreisgebiet" sprach Landrat Thomas Hendele in seiner Dankesrede an den scheidenden stellvertretenden Kreisbrandmeister. Statt "Dienst an der Waffe" beim Bund hatte sich Lothar von Gehlen schon 1967 für den "Dienst an der Spritze" entschieden. "Heute übergibt er eine starke, gut aufgestellte Feuerwehr an seinen Nachfolger."
Der heißt Bernhard Janeck, ist seit 1980 hauptamtlich bei der Feuerwehr aktiv und betonte, dass deren Zukunft auch durch mehr Teilnahme von Mädchen und Migranten gesichert werde. Gäste aus Hildens Partnerstadt Warrington, denen Lothar von Gehlen auch privat seit vielen Jahren verbunden ist, und Vertreter der "Initiative gegen Pipeline" stimmten in den Chor von Lobesworten ein, der im übrigen vom Musikzug der freiwilligen Feuerwehr aus Velbert schmissig (und manchmal auch sehr gefühlvoll) begleitet wurde.
Einen "bitter-süßen Moment, der mich berührt", nannte von Gehlen seinen Abschied, nicht ohne zu betonen: "Die Feuerwehr ist eine tragende Säule der Sicherheit in Deutschland. Ich bin stolz darauf, etwas beigetragen zu haben." Dass mit Janeck ein Kamerad zum Nachfolger wird, sein jüngerer Bruder, Birger von Gehlen, jetzt als stellvertretenden Leiter der freiwilligen Feuerwehr aktiv ist und seine erwachsene Tochter Miria sich hier ebenfalls engagiert, ist bekannt. Dass die "Mannschaft" in Einsatzjacken und Sicherheitshelm geschlossen aufmarschierte und eine sehr persönlich gestaltete Bronze-Skulptur überreichte, hatte Charme. Da konnte man den Satz: "Kameraden, ich werde euch vermissen!" nachfühlen. Wenn bei solchen Gelegenheiten auch die Ehefrau (Marlies) öffentlich gelobt wird, dann hat das auch Stil.
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