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Hilden: Streit um Elbsee-Nutzung

VON STEFANIE MERGEHENN UND MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 23.12.2009

Düsseldorf (RPO). Wassersport- und Naturschutzvereine machen nun gemeinsam mobil gegen das geplante Wellness-Zentrum der Stadt Düsseldorf. Im Januar soll das Nutzungskonzept für den See vorliegen.

Vertreter von Hildener und Düsseldorfer Sport- und Naturschutzvereinen wenden sich gegen die geplante Wellness-Oase, die die Stadt Düsseldorf am Elbsee (hinten rechts im Bild) bauen will.   Foto: RPO
Vertreter von Hildener und Düsseldorfer Sport- und Naturschutzvereinen wenden sich gegen die geplante Wellness-Oase, die die Stadt Düsseldorf am Elbsee (hinten rechts im Bild) bauen will. Foto: RPO

Die schneebedeckten Planen auf Kanus und Segelbooten verstärkten gestern den Eindruck des Winterschlafs. Still ruht der See – noch. Denn unmittelbar neben dem Wassersportzentrum am Elbsee will die Stadt Düsseldorf bekanntlich eine Wellnessanlage errichten. Dagegen wollen fünf Wassersportvereine sowie die Naturschutzverbände BUND und NABU jetzt gemeinsam vorgehen. Hinzu kommen fünf Düsseldorfer Schulen, die das an der Stadtgrenze liegende Gewässer für ihre Windsurf-AG's nutzen.

Öffentliche Diskussion

"Erholung suchende Society-Ladies, die mit einer Gurkenmaske auf dem geplanten Steg liegen, dürften an jauchzenden Teenagern und ihren sie lautstark instruierenden Lehrern kaum Gefallen finden", mutmaßt Ingo Luther von der DLRG Hilden. Fazit für Michael Süßer vom BUND Düsseldorf: "Das Wellness-Zentrum passt nicht hierher" – auch auf Grund der gewerblichen Nutzung. Und sein Hildener Kollege Dieter Donner ergänzt: "Das ist ökologischer Unsinn und den Vereinen gegenüber unmoralisch." Schon in den vergangenen Jahren hätten sich die Vereine zusammenraufen müssen, bestätigt Günther Steinert vom NABU. Als der ausgekieste See der Öffentlichkeit übergeben wurde, sollte der östliche Teil den Wassersportlern, der westliche Teil des Elbsees den Naturfreunden und Erholungssuchenden dienen. Doch schon jetzt müsse man "beim Auftauchen darauf achten, dass einem kein Kanu oder Segelboot den Scheitel rasiert", berichtet Elke Platen-Büchle, deren Düsseldorfer Tauchverband den See seit fast 30 Jahren nutzt. Süßer sorgt sich derweil um die Uferschwalben, die an den Steilwänden siedeln. Und Luther berichtet von jungen Kanuten, die auf ihrer Trainingsstrecke von alkoholisierten Strandbesuchern des "El(b) Arenal" schon mal mit Steinen beworfen worden seien.

Info

Nutzer

Wassersportzentrum Elbsee DLRG, Windsurfer, Kanu-Club und Segler-Gemeinschaft (alle Hilden).

Düsseldorfer Tauchverband.

Mitglieder Zusammen rund 3000.

Schulen Fünf Düsseldorfer Schulen nutzen das Gewässer für ihre Windsurf-Arbeitsgemeinschaften.

Acht Vereinsvertreter haben nun ein ablehnendes Positionspapier unterzeichnet, das der Bezirksregierung vorgelegt werden soll – sobald das von der Unteren Landschaftsbehörde in Auftrag gegebene "Gesamtkonzept Elbsee" Anfang nächsten Jahres von den zuständigen Ämtern und öffentlich diskutiert wird. Denn beschlossene Sache sei die Wellness-Anlage keineswegs, betont Süßer: "Der Bebauungsplan ist noch nicht genehmigt." Ihn ärgert besonders, dass das besagte Konzept die zu erwartenden Emissionen der geplanten Oase nicht einbezogen hat – zumal deren Gelände mit 21 300 Quadratmetern die Fläche des Wassersportzentrums deutlich übersteige.

Eine Wellness-Oase beeinträchtigt die Natur nach Auffassung der Bezirksregierung aber nicht. Sie hat deshalb im August 2009 einer Änderung des Flächennutzungsplans für den Elbsee und dessen Uferbereiche zugestimmt, weil es keine negativen Auswirkungen auf die Landesplanung gebe. Zurzeit läuft das Bebauungsplanverfahren für die Wellness-Oase. "Wir rechnen mit einer Verabschiedung des Plans Mitte 2010", sagt Heinrich Pröpper, Chef der Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR). Die Tochterfirma der Stadt Düsseldorf will die Wellness-Oase bauen und bis zu 20 Millionen Euro investieren.

Ruhige Nutzung

Pröpper geht davon aus, dass die Aktivitäten der Sportvereine, die Wünsche der Naturschützer und die Wellness-Oase miteinander vereinbar seien. Denn das Zentrum mit Saunen, Massage- und Ruheräumen, Restaurants und Bars in etwa 6000 Quadratmeter großen Räumen sei ein geschlossener Bereich. "Die Erholungssuchenden können nicht im See baden", erklärt Pröpper. Von zwei Stegen könnten sie jedoch die Landschaft genießen und in zwei Kabinen auch saunieren. Die Stadt Düsseldorf steht hinter dem Bau einer Wellness-Oase. Eine ruhige Nutzung sei dort auch wegen des Naturschutzes wichtig. Mehr Wassersport als bisher sei nicht gut für die sensible Umwelt, so Oberbürgermeister Dirk Elbers. www.rp-online.de/hilden

Quelle: RP

 
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