Haan: Sturm auf den Stadtschlüssel
VON RALF GERAEDTS - zuletzt aktualisiert: 16.02.2007Düsseldorf (RPO). Dem Ansturm der Vogelscheuchen-Möhnen hielt das Bürgermeister-Trio beim Rathaussturm nicht lange stand. Karnevalsklänge gaben im Sitzungssaal den Ton an. Später wurde es auch in der Sparkasse ganz närrisch.
In Haan waren gestern die Vogelscheuchen los. Zum traditionellen Sturm aufs Rathaus hatten sich rund 70 Haaner Möhnen mit Sackleinen gewandet und ausladende Strohhüte aufgesetzt. Zu Altweiber hatte der Tross das Kinderprinzenpaar Robin I. und Judith I. auf seine Seite gebracht. Verstärkt um eine Gruppe der „Haaner Viecher“ (ein Karnevalsverein) und diverseTeufel standen der Eroberung der Verwaltungsburg eigentlich nichts mehr entgegen.
„Dreigestirn“ nicht gesichtet
Die Gegenwehr des Bürgermeister-Trios war eher zurückhaltend: Als Franzosen kostümiert mimten Knut vom Bovert, Marlies Goetze und Bernd Stracke Freunde aus der Partnerstadt Eu, die sich das rheinische Brauchtum anschauen wollten. Als die Möhnen den Rathausschlüssel haben wollten, behauptete vom Bovert keck, der sei doch schon längst an die Stadt-Sparkasse verpfändet. „Zufällig“ fand sich der Schlüssel dann doch in des Bürgermeisters Tasche.
Die Närrische Zelle hatte den Möhnen ein Geschenk mitgebracht: Samantha Tinzmann und Isabel Cardeneo zeigten als Tanzmariechen ihr Können. Für den von Tanzlehrerin Doreen Pelizaeus einstudierte Auftritt erhielten die Mädchen tosenden Applaus.
Dieter Köhler sorgte an der Musikanlage für Stimmung. Sein „fülliger Namensvetter“ Fritz trug einen „Haans“-Orden um den Hals und ließ drei Haanse fragen, wo denn ihre „Ha(a)ni“ bleibe. Das von ihm benannte Dreigestirn – Prinz Knut (vom Bovert) , Bauer Matthias (Buckesfeld) und Jungfrau Dagmar (Formella) – wurde jedoch nicht gesichtet.
Kniefall vor der Prinzessin
Nach gut einer halben Stunde zog der Tross langsam in Richtung Stadt-Sparkasse, dort herrschte zum zweiten Mal jecken Altweibertreiben in der Schalterhalle. Alle Mitarbeiter versahen hier kostümiert den Dienst. Vor Kinderprinzessin Judith I. musste Sparkassen-Vorstandschef Gunther Wölfges fast auf die Knie fallen – sonst hätte ihre Lieblichkeit dem hochgewachsenen Bankdirektor nicht den Orden umhängen können.
Gestärkt durch Berliner und ein Gläschen zu trinken zogen die Karnevalisten weiter. Auf der Terminliste hatten sie noch die Feiern in der Commerzbank-Filiale, im Haus am Park und im Awo-Treff für Alt und Jung stehen.
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