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Hilden: Sucht hat viele Gesichter

VON ULI SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 24.02.2007

Düsseldorf (RPO). Lilo Wanders, die viele als „Wahre Liebe“-Moderatorin kennen, zeigte in der Hildener Stadtbücherei ihre ernste, mitfühlende Seite. Die Schirmherrin des Vereins Subway eröffnete eine Ausstellung mit Fotos von Michael Reh.

In der Zusammenarbeit mit dem  Foto: RPO
In der Zusammenarbeit mit dem Foto: RPO

Sie erschien – ganz Dame – im roten Kostüm und passenden Lackpumps. Lilo Wanders eröffnete die Foto-Ausstellung „Traffic –Gesichter der Sucht“ in der Stadtbücherei mit professionellem Lächeln und ehrlichem Anliegen: „Wir sollten den Respekt vor der Würde anderer Menschen nie verlieren.“ Wer die großformatigen Fotos von Michael Reh auf sich wirken lässt, kann fühlen, was die Fernsehprominente meint. Der bekannte Modefotograf und langjährige Freund der Wanders hat Abhängige von der Straße abgelichtet, um zu zeigen, wie sie aussehen könnten, in einem drogenfreien Leben.

Berührungsängste

Zum Beispiel Tanja, die gleich viermal großformatig auf Metall den Betrachter in den Bann zieht: Als heruntergekommene Fixerin und daneben als wunderschöne, sich selbst streichelnde Frau. Tanja lebt nicht mehr, und Lilo Wanders hat Tränen in den Augen, wenn sie berichtet, dass sie alle Fotomodelle persönlich kannte, ihre Leidens-Geschichten ebenso. „Auch ich hatte zuerst Berührungsängste, wenn mir ein aggressiver Junkie begegnete. Aber in der Zusammenarbeit mit Michal Reh erkannte ich die eigentliche Seele dieser Menschen.“ Die ehemalige „Wahre Liebe“- Moderatorin engagiert sich schon seit langem für Aids-Kranke und ist inzwischen Schirmherrin bei „Subway e.V“, einem kleinen Verein in Hamburg, der rund 180 Drogenkranken im Alltag hilft. „Selbst in Hospizen sind diese Menschen nicht gern gesehen“, so Wanders. Sie selbst schätzt sich glücklich, in ihrem Leben nicht über Süchte gestolpert zu sein. Nach einem Auftritt in Monheim lernte Lilo Wanders Renate Bugey vom Kulturmanagement kennen. Ihr ist es zu verdanken, dass die Ausstellung jetzt nach Stationen in Berlin und New York bis Mitte März in Hilden zu sehen ist. Für Henning Klöppelt, Leiter der Suchtberatung in der SPE-Mühle, ist es eine willkommene Gelegenheit, auf das Thema aufmerksam zu machen. „Diese Ausstellung ist ein Stolperstein. Wir leben in einer süchtigen Gesellschaft. Und Sucht hat immer ein Gesicht.“

Anfälligkeit

Wie sich Gesichter – und Lebensläufe ändern können, sieht der Betrachter am Beispiel von Jens und Nicole. Die Arbeit im Studio mit Michael Reh hat ihnen geholfen, von den Drogen weg zu kommen. Sie haben geheiratet und arbeiten heute ehrenamtlich bei „Subway“. Auch bei ihren Fotos geht es nicht um ein Vorher-Nachher, wie man es aus Modezeitschriften kennt. Michael Reh arbeitet viel mit professionellen Models, kennt daher die Anfälligkeit für Süchte. Zur Ausstellungseröffnung konnte er nicht persönlich anwesend sein. Angesichts seiner beeindruckenden Arbeiten gilt daher umso mehr der Satz: „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.“

Info

Fotoausstellung

Die Ausstellung „Traffic“ - Gesichter der Sucht ist bis zum 17. März in der Stadtbücherei Hilden, Nove-Mesto-Platz 3, zu sehen.

Die SPE Mühle bietet dazu ein Rahmenprogramm an:

Mittwoch, 7. März: „Riskanter Konsum“.

Donnerstag, 8. März: „Papilio – Primärprävention“.

Mittwoch, 14. März: „Suchtfrei das Leben meistern“.

Alle Veranstaltungen beginnen um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Quelle: RP

 
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