Hilden: Täglich eine Herausforderung
VON ASTRID SCHOENE - zuletzt aktualisiert: 16.07.2009Düsseldorf (RPO). Bodo Seume leitet seit 16 Jahren den Hildener Abenteuerspielplatz an der Richard-Wagner-Straße. Oberstes Gebot ist für ihn und sein Team die Sicherheit der Kinder.
Die Wochen auf dem Düsseldorfer Abenteuerspielplatz während des Studiums empfindet Bodo Seume als richtungweisend. "Es hatte mich gepackt", sagt er und schmunzelt. Heute arbeitet der Sozialpädagoge auf dem Hildener Abenteuerspielplatz. Und die Freude an seinen breit gefächerten Aufgaben sieht man ihm an. Auf diesem, für Kinderträume ideal eingerichteten Gelände hätte sich Pippi Langstrumpf auch wohl gefühlt. Schon das Spielhaus im Eingang versprüht einen Hauch Villa Kunterbunt. Auf 5000 Quadratmeter können kleine und größere Kinder ihre Fantasie und Kreativität ausleben, spielen, toben, werkeln, Tiere betreuen und in dem riesigen Biotop der Natur ganz nah sein.
Bodo Seume
Ausbildung Abitur, Studium der Sozialpädagogik an der Fachhochschule in Kaiserswerth.
Praktikum Auf dem Abenteuerspielplatz Eller.
Berufliche Tätigkeit Nach dem Studium auf dem Aktivgelände Wersten in Düsseldorf festangestellt. Seit 1993 Leiter des Abenteuerspielplatzes an der Richard-Wagner-Straße 101 in Hilden.
Dafür sorgen Bodo Seume und sein Team von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Seit 16 Jahren leitet er die pädagogisch betreute Einrichtung der Freizeitgemeinschaft Behinderte und Nichtbehinderte. Bodo Seume ist ein Gute-Laune-, ein Kumpeltyp, fröhlich und offen. Wohl ein Muss in der Kinder- und Jugendarbeit, die anscheinend jung erhält. Die 48 Jahre sieht man dem geborenen Mülheimer nicht an.
Nach Bio-Semestern umgesattelt
Während und nach der Schulzeit gehörten seine Interessen auch den Naturwissenschaften. "Aber nach zwei Semestern Biologie wusste ich es", sagt er. "Ich wollte lieber mit Menschen arbeiten". Er studierte Sozialpädagogik. Nach der ersten Festanstellung in Düsseldorf wechselte er nach Hilden auf den Abenteuerspielplatz als Leiter eines neuen Teams. Seume erinnert sich, dass er damals lange um einen Zaun gekämpft habe, weil immer wieder irgendwelche Typen Teile der Einrichtung zerstörten oder Tiere quälten. "Nach sechs Jahren bekamen wir endlich unseren Zaun, der sich gut bewährt hat", erzählt Seume.
Seine Arbeitsbereiche sind vielseitig. "Gemeinsam mit den Jugendlichen bauen wir Buden, versorgen unsere Pferde, Ziegen Schafe, Schweine und die Kleintiere, legen Gärten an, spielen, machen Feuer, kochen und treiben Sport. Jeder in unserem Team setzt seine besonderen Fähigkeiten ein, aber für die Grundversorgung, egal in welchem Bereich, wechseln wir uns ab", berichtet Seume und schwärmt von seinen Mitarbeitern. "Seit 16 Jahren arbeiten wir zusammen, verstehen uns blind. Und jeder ist mit dem Herzen dabei."
Eine Gratwanderung
Oberstes Gebot für alle Betreuer sei die Sicherheit der Kinder. Aber Seume bekennt, dass es auch eine Gratwanderung zwischen Freiheit, Gewährenlassen und Sicherheitsdenken sei. "Unser pädagogisches Konzept ist es die Selbstständigkeit, die Kreativität, die Fantasie zu fördern. Wir machen die Kids natürlich auf alle Gefahren aufmerksam, und bei jeder Aktion ist ein Betreuer dabei." Auch nach 16 Jahren noch empfindet er es als eine Herausforderung, das Organisieren, die Mitarbeiter zu führen und den Jugendlichen Wissen und die Freude an der Natur zu vermitteln.
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