Hilden: Tanzcorps funkt SOS
VON CHRISTOPH SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 25.08.2007Düsseldorf (RPO). Ende Februar hörten 18 von 26 Tänzerinnen und Tänzern beim Tanzcorps der KG Kniebachschiffer auf. Dieser Aderlass bringt das überregional bekannte Aushängeschild des Hildener Karnevals in ernste Schwierigkeiten.
Tanzcorps
Managerin Klaudia Schätzler (Tel. 01 73 / 2 81 17 00), Trainer Ricky Zimmer / Daria Schürings, Kommandant Benjamin Arnold.
Training Montags und Mittwochs, 20 Uhr, Aula des Helmholtz-Gymnasiums.
Sein Markenzeichen sind die spektakuläre Akrobatik und mitreißende Dynamik, mit der die 26 Tänzerinnen und Tänzer über die Bühne wirbeln. Das Tanzcorps der Kniebachschiffer zählt zu den fünf besten in Nordrhein-Westfalen. Das Aushängeschild des Hildener Karnevals wird regelmäßig in den närrischen Hochburgen Düsseldorf und Köln gefeiert, ist im Fernsehen präsent und stand schon mit Größen wie den „Höhnern“, den „Bläck Fööss“ oder den „Räubern“ auf der Bühne.
Verträge unterschrieben
Doch im 34. Jahr ihres Bestehens steckt die erfolgsverwöhnte Tanzgruppe in ernsten Schwierigkeiten, berichtet Managerin Klaudia Schätzler. Als die Trainerin und ihr Mann Ralf (Tanzoffizier) Ende Februar nach 22 Jahren in die zweite Reihe zurücktraten, zogen sich mit ihnen auf einen Schlag 17 Tänzer aus dem aktiven Dienst zurück. Nicht im Zorn, sondern aus alters- oder gesundheitlichen Gründen, betont Schätzler: „Das hatte nichts mit dem Trainerwechsel zu Ricky Zimmer und Daria Schürings zu tun.“ Gleichzeitig kamen sechs neue „Tanzmäuse“ und „Tanzbären“ hinzu.
Dennoch hat sich das Tanzcorps von diesem Aderlass bis heute nicht erholt. „Mit 14 Tänzern können wir so eigentlich nicht auftreten“, will die Managerin nichts beschönigen: „Da können die sich die Seele aus dem Leib tanzen. Das ist von der Optik auf der Bühne her einfach nicht das gleiche wie früher.“ Das Tanzcorps hat Verträge für rund 40 Auftritte in Hilden, Köln, Düsseldorf und Krefeld unterschrieben. „Wenn wir nicht schnellstens sechs bis zehn neue Tänzerinnen und Tänzer finden, werden wir Probleme bekommen“, redet Klaudia Schätzler nicht um den heißen Brei herum: „Dann müssen wir spätestens Ende des Jahres mit unseren Vertragspartnern reden.“
Bedingung: Spaß an Akrobatik
Das Tanzcorps habe wirklich (fast) alles versucht, um neue Mitglieder zu gewinnen. Man sei auf die Schulen zugegangen, habe Handzettel gedruckt und geeignete Kandidaten persönlich angesprochen. Gesucht werden vor allem Mädchen (ab 15 Jahre). „Viele wollen, glauben aber, sie seien nicht gut genug für unser Tanzcorps“, ist die erfahrene Choreografin überzeugt: „Das ist absoluter Blödsinn. Einzige Bedingung ist Spaß an Akrobatik-Tanz.“
Klaudia Schätzler ist kein ein Typ, der so schnell aufgibt: „Wir haben uns noch einige Wochen Zeit gegeben. Wir wollen es auf jeden Fall schaffen. Einen Plan B gibt es nicht.“
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