Hilden: Umstrittene China-Reise
VON SILKE SCHIRMER - zuletzt aktualisiert: 03.10.2007Düsseldorf (RPO). Bürgermeister Günter Scheib wird am 11. Oktober mit einer Delegation in die Region Guizhou reisen. Nun ist ein externer Mitreisender hinzugekommen. Er soll den Fachaustausch bereichern.
Ralf Togler ist der neue Mitreisende der Hildener China-Delegation. Der Ingenieur ist für die „Kommunal- und Abwasserberatung Nordrhein-Westfalen“ tätig. Kirsten Max hat die Organisation der Reise für die Stadt übernommen, sie beruhigt: „Keine Sorge. Die Kosten, die für Ralf Togler anfallen – und die nicht die Chinesen übernehmen – trägt nicht die Stadt Hilden.“ Und Togler bestätigt: „Den Flug zahlt die Kommunal- und Abwasserberatung NRW. “ Für Kost und Logis würden die Chinesen aufkommen.
Thema: Umwelt
Der Hintergrund: Im Vorfeld der Reisevorbereitungen für die Fahrt in die Provinz Guizhou war es im Stadtrat zu Unstimmigkeiten gekommen, ob die 14-tägige Reise ab 11. Oktober für Bürgermeister Günter Scheib sowie Kirsten Max und Frank Berndt, Fachkraft für Abfallwirtschaft, nötig sei. (Siehe unten: „Kraftprobe mit dem Bürgermeister“). Togler definiert seine Aufgabe klar: „In China leiten Firmen ihre Abwässer einfach in das Kanalsystem ein. Ich will mit Referaten und in Gesprächen Bewusstsein für die schwerwiegenden Folgen für Mensch und Natur schaffen“, sagt Togler. Die Hildener hätten durch ihr Projekt Kontakt mit der Führung der Provinz geknüpft, wie zu dem stellvertretenden Gouverneur.
Geschenke
Produkte Neben Hilden-Büchern und WM-Briefmarken sollen auch Schweizermesser darunter sein.
Preis Max schätzt den Wert der Geschenke auf 500 Euro, diese würden vom Repräsentationskonto des Bürgermeisters bestritten. Kosten Die Reise fördert außerdem die Weiterbildungs- und Entwicklungsgesellschaft gGmbH in Bonn (InWent). Der Stadt Hilden verbleiben im Rahmen des Austausches Kosten von 1000 Euro.
Fachdiskussionen erhofft sich nicht nur der Gast in der Delegation. Frank Berndt, Abfallberater beim Hildener Bauhof, will das Thema Mülltrennung anschneiden. „Als die Chinesen hier waren, haben sie interessiert nachgefragt, als sie die Tonnen sahen“, sagt Berndt. Was die Hildener von den Chinesen im Bereich Abfall lernen können, werde die Reise zeigen.
Thema: Menschenrechte
Bürgermeister Scheib werde unter anderem über Schule und Soziales sowie Wirtschaftförderung referieren. Er selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. „Wir wollen Verstöße gegen die Menschenrechte ansprechen. Nur weil wir nach China reisen unterstützen wir natürlich nicht die Diktatur. Begegnung schafft Umdenken“, sagt Kirsten Max bestimmt.
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