Haan: Viel Arbeit in Natur investiert
VON RALF GERAEDTS - zuletzt aktualisiert: 18.10.2010Düsseldorf (RPO). Die AGNU Haan leistete 763 Arbeitsstunden in der Landschaft. Für die Zuschüsse aus dem FÖNA-Topf waren 582 Stunden beantragt. Nachträglich wurden nur 379 genehmigt. Der Verein deckt das Defizit ab.
Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (AGNU) Haan hat für 2010 alle Arbeitseinsätze gestoppt, die in den Bereich der "Förderung des Naturschutzes" (FÖNA) fallen. Denn die Umweltschützer haben mit 763 doppelt so viele Stunden geleistet, wie sie aus dem Finanztopf des Landes letztlich vergütet erhielten (379). Angemeldet hatten sie zu Beginn des Jahres 582 Arbeitsstunden.
Die AGNU hat vom Kreis, der die von der Bezirksregierung gewährten Gelder auf die Naturschutzverbände aufteilt, 3783 Euro genehmigt bekommen. Allerdings sind bisher als Helfergeld 4269 Euro ausgezahlt worden. "Das Defizit geht auf unsere Kappe", meint AGNU-Sprecher Sven Kübler.
Wertvolle Erfahrungen
Zehn Euro je Stunde erhalten die im Schnitt 20 bis 30 Helfer als Entschädigung für ihren Einsatz. Bei Jugendlichen kann mit diesem finanziellen Anreiz vielleicht die Begeisterung für die Natur geweckt werden. Für so manchen jungen Helfer – die Sahle-Wohnbetreuung aus Haan ist meist mit einer ganzen Gruppe im Dienst – sei es eine völlig neue Erfahrung, körperliche Arbeit mit Rechen oder Heugabel zu leisten, berichtet Kübler. Erwachsene stellen meist ihre Entschädigung dem Verein zur Verfügung, der aus den Geldern auch Werkzeuge und Material finanzieren muss.
Die so genannten FÖNA-Gelder werden für Maßnahmen gewährt, die etwa den Orchideenbestand in der Grube 7 bewahren. Die Helfer mähen Wiesen und sorgen für Licht auf den Flächen, damit die seltenen Blumen gedeihen können. Ein nächstes Ziel ist es, die Eidechsen-Population zu erhöhen. Dafür müssen die Birken entfernt werden, die Schatten auf die Felsen werfen.
"Wir hoffen darauf, dass die neue Landesregierung mehr Mittel für den Naturschutz bereitstellt", sagt Kübler. Denn wenn die AGNU ihre Helfer nicht mehr bezahlen kann, obwohl viel Arbeit in der Landschaft nötig wäre, "dann geht das zu Lasten der Natur". Seit Wochen warten die Haaner auf Antwort vom Kreis, ob sie einen Bandheuer ausleihen können, der Grasschnitt ohne aufwändige Rechenarbeiten aufhäuft. "Das würde zehn Arbeitsstunden einsparen", betont Kübler.
Warten auf Bescheid vom Kreis
Ein anderes Kapitel – auch finanzieller Art – ist die Pflege der Kopfweiden und Streuobstwiesen. Inwieweit hier Pflegearbeiten gestartet werden können, steht noch nicht fest. Die AGNU hat einen ganzen Arbeitskatalog bei der Unteren Landschaftsbehörde eingereicht. Die hierfür gewährten ELER-Gelder – 35 Euro für jeden gepflegten Baum – aus dem "Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums" sind noch nicht bewilligt. Insofern hat Markus Rotzal den Einsatzplan noch nicht aufgestellt. Der nächste geplante Einsatz – Pflegearbeiten in der Grube 10 – ist auf den 15. Januar 2011 terminiert.
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