kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Hilden: Viele Ideen gesammelt Wissen lässt Verständnis wachsen

VON D. SCHMIDT-ELMENDORFF - zuletzt aktualisiert: 11.02.2008

Düsseldorf (RPO). Wie lassen sich die Bildungschancen von Migranten verbessern? Antworten entwickelten die Teilnehmer der zweiten Integrationskonferenz. Fachleute der Bildungsträger, Vertreter von Migrantenvereinen, Mitglieder des Integrationsbeirates sowie Eltern und weitere Interessierte diskutierten im Alten Helmholtz über Lösungsansätze für eine bessere Integration. Die in Arbeitsgruppen entwickelten Ideen waren vielfältig: Junge Erwachsene mit Migrationshintergrund sollen als ehrenamtliche Kontaktpersonen fungieren, um anderen Zuwanderern die Scheu zu nehmen und ihnen Sprachkenntnisse zu vermitteln. Ein Elterninfocafé soll über Integrationsangebote informieren. Projekte in Familienzentren könnten erweitert und die Familienkarte ausgeweitet werden. In einem Computerkurs könnten Jugendliche die Eltern schulen. Für ein Müttercafé in der Moschee wurde geworben. Auch im Jugendzentrum am Zeißweg sollen Zuwanderer demnächst Kontakte knüpfen können. Frauen müssten Deutsch erlernen, die Sprachförderung der Kinder unter drei Jahren ausgebaut werden. Büchereileiterin Gabriele Belloff kündigte einen Vorlesetag unter dem Motto „Hilden liest in vielen Sprachen“ an, bei dem unter anderem Märchen und Geschichten mit ähnlichen Motiven aus verschiedenen Ländern und Kulturen vorgestellt werden.

hilden Seitdem Integration in Hilden ein großes Thema ist, kamen die Kindertageseinrichtungen schnell zu dem Ergebnis, dass Sprachförderung allein nicht reicht, um die Kommunikation mit zugewanderten Eltern sicherzustellen. Durch Unwissenheit entstehen Missverständnisse, die die Kontaktaufnahme erschweren. Deshalb organisierte Heike Trottenberg, Leiterin des DRK-Familienbildungswerks, Ende 2007 für 30 Erzieherinnen aus Hilden einen Zertifikatskursus „Interkulturelle Kompetenz“, der insgesamt aus acht Modulen besteht und in diesem Jahr fortgeführt wird.

Eigene Werte kritisch reflektieren

Beim ersten Modul „kulturelle Sensibilisierung“ ging es darum, den Teilnehmerinnen Wissen über die muslimische Kultur und den belastenden Migrationsprozess zu vermitteln, um ihr Problembewusstsein zu schärfen. Auch wurden sie aufgefordert, das eigene Wertesystem kritisch zu reflektieren, um zu einer offeneren Haltung zu gelangen, erklärt Trottenberg. „Wenn man diese Werte verinnerlicht hat, erwartet man sie selbstverständlich auch von anderen und wundert sich, wenn das nicht so ist.“ Das interkulturelle Lernen zielt daher auf Vermitteln, ohne dem anderen Werte aufzuzwingen.

Ein Beispiel: Im evangelische Kindergarten an der Friedenskirche stieß den anderen Kindern übel auf, dass die Marokkaner mit den Fingern in die Schüsseln langten. Der Kompromiss: „Zu Hause dürft Ihr mit den Fingern essen, in der Kita probiert Ihr einfach mal den Umgang mit Messer und Gabel aus.“ Oder das Thema Begrüßung: „Grüßen hat in diesen Ländern eine andere Wertigkeit“, sagt Leiterin Doris Mees. „Wenn man den Gruß aus Nachlässigkeit mal nicht erwidert, wird das gleich als Abneigung gewertet.“ Auch auf die Empfindlichkeiten beim An- und Auskleiden der Jungen und Mädchen könne man ja Rücksicht nehmen, sagt sie. „Das Seminar hat mir für die vielen kleinen Dinge die Augen geöffnet“, sagt Mees. Sie tappe zwar immer noch in Fettnäpfchen, merke das aber jetzt schneller.

Die Sensibilisierung für etwaige Konflikte ist jedoch nicht Selbstzweck, über allem steht das Ziel, die unentbehrliche Mitwirkung der Eltern einzufordern. So wunderte sich Birgit Klinge vom Familienzentrum Kunterbunt, warum die muslimischen Frauen stets den Elternabenden fernblieben. „Jetzt wissen wir, dass sie abends nicht ausgehen dürfen, deshalb haben wir die Termine in den Nachmittag verlegt.“

Besseren Kontakt gefunden

Auch Doris Mees ist froh, dass sie jetzt einen besseren Kontakt zu den Müttern hat. Nicht nur sie selbst habe Ängste abbauen können, versehentlich jemanden zu beleidigen: „Die Frauen trauen sich jetzt mehr zu: Sie fragen nach, geben Bescheid.“ damit konnte auch dem verbreiteten Vorurteil, diese Mütter seien an der Förderung ihrer Kinder nicht interessiert, der Boden entzogen werden. KOMMENTAR

Quelle: RP

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Bunte Kostüm-Meile Rheinufer

Japan-Tag

Bunte Kostüm-Meile Rheinufer

Tausende Neuigierige waren nach Veranstalterangaben bereits am frühen Samstagnachmittag am ... mehr 

Mit Tee und Scones auf dem Rhein

Thronjubiläum von Queen Elizabeth II.

Mit Tee und Scones auf dem Rhein

Am Sonntag feiert Großbritannien das diamantene Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. Pat Haselwood, Vorsitzende des British Women's Club Dü ... mehr 

Nachrichten aus Düsseldorf
Aus der Region

Fahrer nach Unfällen flüchtig

Lkw beschädigt drei A44-Tunnel

Thronjubiläum von Queen Elizabeth II.

Mit Tee und Scones auf dem Rhein

Fahrer nach Unfällen flüchtig

Lkw beschädigt drei A44-Tunnel

Mönchengladbach/Viersen

A61: drei Unfälle, drei Verletzte

Neonazi-Aufmarsch beendet

Rechtsextreme ziehen aus Hamburg ab

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Tragischer Unfall: 400 Schafe fallen auf Autobahn

Hunderte Schafe sind in der Nacht zu Freitag auf eine Straße in Melbourne gefallen, als ein Tiertransporter auf einer Brücke umkippte und ... mehr 

Aus der Nachbarschaft

Tippspiel

Wir suchen den EM-Experten

Deutschland Niederlande Jubel Özil Klose Müller 2011 dpa

Wer übersteht die Vorrunde? Wer schafft es bis ins Finale? Das EM-Tippspiel von RP Online gibt Ihnen die Gelegenheit, Ihr fußballerisches Know-How unter Beweis zu stellen. Die besten Tipper erwarten tolle Preise. Jetzt anmelden und mitmachen! mehr 

Meistgelesen

Borussia Mönchengladbach

Anderson und Rupp kehren zurück

Neue Namen werden viele gehandelt in diesen Tagen, wenn von möglichen Zugängen bei Borussia die Rede ist. Zunächst rücken jedoch zwei alte Bekannte wieder in den Fokus. VON Thomas Grulke  mehr

 
 

22-jährige Studentin stirbt bei Autounfall

Marina Keegans Tod bewegt das Netz

 

Klose vor der Nase, Dzeko im Nacken

Mario Gomez trifft – und schmollt

 

Grünen-Fraktionschefin im Interview

Künast: "Das Problem heißt Merkel"

Meistkommentiert

Neonazi-Aufmarsch beendet

Rechtsextreme ziehen aus Hamburg ab

Die Demonstration von Neonazis in Hamburg Wandsbek ist am Samstagabend beendet worden. Mehrere Tausend Menschen waren am Samstag aus Protest gegen einen Neonazi-Aufmarsch auf die Straße gegangen. In der Nacht hatten Brandstifter elf Polizeifahrzeuge ... mehr

 

Ergebnisse der Innenministerkonferenz

Härte gegen Islamisten, Rocker und Hooligans

 
 

32-jähriger Mann getötet

Wilde Schießerei in Hannovers Innenstadt

 
mehr nachrichten aus Hilden und Haan
Dieter Terjung ist als Anwohner der Turnstraße zufrieden, hält die Aussichten für die Martin-Luther-Straße aber für "eine mittlere Katastrophe".

Haan

Stadt und Kreis tauschen Straße

Die Martin-Luther-Straße soll zur Kreisstraße 5 werden. Dafür soll die Turnstraße als heutige K5 zur Gemeindestraße abgestuft werden. Der Verkehrsausschuss will Tempo 30 beibehalten. VON Ralf Geraedts  mehr

 

Hilden/Düsseldorf

Christliche Schulen insolvent

 
 
 
 
 
Familienanzeigen
Regio-Extra