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Haan: Vogel wird neuer Sparkassen-Chef

VON CHRISTOPH SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 09.10.2008

Düsseldorf (RPO). Der Verwaltungsrat des kommunalen Kreditinstituts bestellte den Nachfolger von Gunther Wölfges, der zum 1. April 2009 zur Sparkasse Mittelmosel wechselt. Der Stadtrat will im Dezember über ein neues Vorstandsmitglied beraten.

Verwaltungsratsvorsitzende Annette Braun-Kohl (l.) stellte gestern Peter Vogel (Mitte) als Nachfolger von Sparkassen-Chef Gunther Wölfges (r.) vor.   Foto: RPO
Verwaltungsratsvorsitzende Annette Braun-Kohl (l.) stellte gestern Peter Vogel (Mitte) als Nachfolger von Sparkassen-Chef Gunther Wölfges (r.) vor. Foto: RPO

Der Verwaltungsrat der Stadt-Sparkasse Haan hat Vorstandsmitglied Peter Vogel zum 1. April 2009 als Vorstandsvorsitzenden bestellt. Der 40-jährige Diplom-Kaufmann arbeitet dann genau vier Jahre bei der Stadtsparkasse. Vogel lebt mit seiner Familie in Gruiten, sei gut vernetzt und kenne Kunden, Mitarbeiter und Prozesse, erläuterte Annette Kohl-Braun, Vorsitzende des Verwaltungsrates, die Entscheidung: „Gerade in den heute sehr turbulenten Zeiten ist uns diese Kontinuität in der Führung, der Kundenbetreuung und gerade auch in der Risikobetrachtung wichtig.“ Ein Nachfolger für Vogel werde bereits gesucht. Der Stadtrat will im Dezember über das neue Vorstandsmitglied beraten.

Info

Peter Vogel

Familienstand Verheiratet mit Insa Vogel, zwei kleine Kinder, wohnt seit 2006 im Gruitener Neubaugebiet Hasenhaus.

Beruf Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Stadtsparkasse Mönchengladbach, Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Uni Paderborn, erst Vorstandsassistent, dann Abteilungsdirektor bei der Sparkasse Paderborn. Seit 2005 Vorstand der Stadtsparkasse Haan.

Finanzierer des Mittelstandes

Angesichts der internationalen Finanzmarktkrise sei die Stadt-Sparkasse Haan ein sicherer Hafen, unterstrich Vogel: „Nicht nur für private Anleger, sondern auch für Unternehmen.“ Mit gut 40 Prozent Marktanteil sei das Geldinstitut ein Hauptfinanzierer des Mittelstandes: „Das wollen wir auch bleiben.“ Eine Kreditklemme werde es für Sparkassen-Kunden nicht geben, versicherte Vogel mit Blick auf die schweren Zeiten, die auf die Unternehmen in den nächsten Jahren voraussichtlich zukommen. Die Sparkasse werde auch keine zusätzlichen Sicherheiten bei Krediten (höhere Bonität) verlangen, bekräftigte der Vorstandsvorsitzende Gunter Wölfges.

Die angeschlagenen Großbanken werden sich aus der Mittelstandsfinanzierung zurückziehen, glaubt der Sparkassen-Chef: „Das ist unsere Chance.“ Auch das Privatkundengeschäft – in Haan hat seine Bank einen Marktanteil von 50 Prozent – will er ausbauen.

Die Sparkasse sei in Krisenzeiten wie diesen eine sichere Bank, betonte Wölfges: „Wir hecheln nicht Super-Renditen hinterher.“ Hauptunternehmenszweck sei nicht die Absicht, Gewinn zu erzielen, sondern die Förderung der Vermögensbildung bei den Bürgern und die Versorgung der Wirtschaft vor Ort mit Krediten. Weil keine Bank mehr der anderen über den Weg traut, leihen sich die Kreditinstitute auch kein Geld mehr. Auf diesen Interbanken-Markt sei die Stadtsparkasse aber gar nicht angewiesen. Sie sammle ihr Geld bei ihren Kunden ein.

Von den 380 Millionen Euro Kundeneinlagen würden knapp 90 Prozent an die örtliche Wirtschaft, die Privathaushalte und die Stadt Haan verliehen. 60 Prozent der Kredite machten Immobilienfinanzierung aus. Die nicht ausgeliehenen Gelder werden nur an andere Sparkassen verliehen. „Die Stadtsparkasse Haan hat keine Forderungen gegen die national wie international in Schwierigkeiten geratenen Banken“, betonte Wölfges. In den zurückliegenden guten Jahren habe sein Institut seine Eigenkapitalquote auf gut 17 Prozent angehoben, mehr als das Doppelte der gesetzlich geforderten Quote. Das entspricht 50 Millionen Euro.

700 000 Euro Bilanzgewinn

Für dieses Jahr erwartet der Sparkassen-Chef wieder einen Bilanzgewinn in Vorjahreshöhe von rund 700 000 Euro. Verwaltungsrat und Stadtrat hätten den Gewinn in den vergangenen Jahren stets in der Bank gelassen und damit die Reserven gestärkt, lobte Wölfges die „kluge Politik“ der Gremienvertreter. Die Sparkasse beschäftigt 120 Mitarbeiter. Von den 50 000 Kundenkonten sind 15 000 Girokonten.

Quelle: RP

 
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