Hilden: Vom Sein und Werden
VON BARBARA STEINGIESSER - zuletzt aktualisiert: 18.04.2008Düsseldorf (RPO). Die Galerie Geuer & Breckner, die bereits Ausstellungen von Immendorff, Uecker und Mack nach Hilden gebracht hat, zeigt im „Kunstraum Gewerbepark-Süd“ Arbeiten der Malerin Yvonne van Acht. Der Titel: „Carpe Diem“.
Was macht den Menschen aus? Was bedeutet Menschlichkeit? Wie vermeidet man Leid? Was ist Glück? Diese existenziellen Fragen beschäftigen die junge Düsseldorfer Künstlerin Yvonne van Acht, die ihr Studium an der Freien Akademie der bildenden Künste Essen als Meisterschülerin von Stephan Schneider (freie Malerei) und Thomas Ruch (Zeichnung und Grafik) mit dem Akademiebrief abgeschlossen hat.
In Zusammenarbeit mit der Galerie Geuer & Breckner und dem Gewerbepark-Süd zeigt das Kulturamt jetzt im „Kunstraum Gewerbepark-Süd“ die Ausstellung „Carpe Diem“, in der van Acht unter anderem großformatige Arbeiten aus ihrem Zyklus „Menschwerdung“ vorstellt. „Die Fragen nach Sein und Werden haben den Menschen schon immer bewegt. Sie sind bis heute aktuell“, erklärt van Acht, die keine Bekenntnisse verkünden, sondern lediglich Denkanstöße geben will.
Anschauen
Was Ausstellung „Carpe Diem“ von Yvonne van Acht.
Wann 20. April bis 11. Mai.
Öffnungszeiten Dienstag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr, Samstag/Sonntag, 11 bis 16 Uhr.
Ausstellungseröffnung Sonntag, 20. April, 11 Uhr.
Wo Kunstraum Gewerbepark-Süd, Hofstraße 64, Hilden.
Gezeichnetes Zitat
„Ich möchte von der Vergangenheit aus einen Bogen in die Gegenwart spannen“, sagt sie. Das gelingt der Künstlerin, indem sie sich ein bekanntes Werk der Kunstgeschichte – etwa die Laokoongruppe – auswählt und es als gezeichnetes Zitat in ein starkfarbiges Ölgemälde integriert. Es sind die Spannungsfelder, die sie interessieren – zwischen Geschichte und Gegenwart oder zwischen Malerei und Zeichnung. In ihrem Gemälde „Der Zeitgeist der Philosophen“ zum Beispiel stellt van Acht Platon und Aristoteles aus Raffaels Fresko „Die Schule von Athen“ aus der „Stanza della Segnatura“ im Vatikan auf einen rollenden Baumstamm mitten in ein Pusteblumenfeld, dessen einzelne Blütenstängel die Namen bedeutender Philosophen nachfolgender Jahrhunderte tragen. Zwar symbolisiert die Rolle ewige Wiederkehr, doch bewirken die Philosophen, indem sie sich langsam fortbewegen, dass sich nach und nach einzelne Samenschirmchen aus den Pusteblumen lösen, und eine Kettenreaktion der Erkenntnis setzt sich kaum merklich in Gang.
Denkanstöße gibt auch das Gemälde „Gebet für Olympischen Frieden“. Es zeigt Atlas, der statt der Weltkugel ein steinernes Peace-Zeichen trägt, schwer wie ein Mühlrad und durch Risse versehrt.
Ein Bild für Peking
Diese Arbeit gewann bei der Ausschreibung des Internationalen Olympischen Komitees für den deutschen Kulturbeitrag den 2. Preis und wird während der Olympiade im Deutschen Haus in Peking zu sehen sein. Durch die gegenwärtige Diskussion gewinnt die Arbeit unerwartete Aktualität.
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