Hilden: Wenn Zarathustra rockt
VON BARBARA JAKOBY - zuletzt aktualisiert: 21.11.2011Hilden (RP). 150 Jahre Stadt Hilden, 40 Jahre Musikschule, zweimal ausverkauftes Haus: Musikschüler, Dozenten und Solisten begeisterten ihr Publikum mit einer "symphonisch rockenden Hommage".
Emotionen hatte Sven Lorig den Gästen zu Beginn der Rocksymphonie "HildenJahre" versprochen. Und wer nicht schon bei "Zarathustra 2000" eine Gänsehaut bekam, dem war nicht zu helfen.
200 Musiker in Bestform, drei grandiose Solisten und ein Moderator der Extraklasse ließen das Publikum klatschen, trampeln, toben, kreischen – und staunen. So spannend war nämlich Geschichte noch nie präsentiert worden: 150 Jahre Stadt Hilden, 40 Jahre Musikschule. Ohne langweilige Grußworte und salbungsvolle Reden.
Parforceritt durch die Historie
Stattdessen ein amüsanter und unterhaltsamer Parforceritt durch die Historie – auf zwei Leinwänden rechts und links der Bühne dokumentiert durch Bilder aus dem Stadtarchiv und eingespielte kurze Filme.
Mitwirkende
Moderation Sven Lorig.
Sinfonieorchester Leitung Matthias Kaufmann.
Sinfonisches Blasorchester Leitung Thomas Volkenstein.
Dozentenband Leiter Jörg Hartig.
Zauberflöten Leitung Silke Glaser, Monika Greim, Kerstin Henckens.
Schüler-Eltern-Lehrerchor des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums Leitung Julius Voget.
Solisten Tamara Peters, Achim Rhinow, Alexander Kern.
Arrangements Matthias Kaufmann, Jörg Hartig, Gunther Rose.
Die industrielle Revolution, die erste Straßenbahn, der Bau der A 3, Bau, Verfall und Wiederauferstehung des Bahnhofsgebäudes, der Wegfall von 5000 Arbeitsplätzen zwischen 1982 und 1987, die Wandlung des Stadtbildes: Bilder einer Entwicklung, die selbst manchem Hildener im Publikum nicht in Gänze bekannt war.
Gut informiert zeigten sich die Gäste, als Lorig bei einem Quiz nach berühmten Sportlern aus Hilden fragte. Und beim Rückblick auf die Historie der Musikschule schmunzelte mancher in Erinnerung an die eigene Klavier-, Geigen- oder Flötenstunde.
Sicher dirigiert
In großen Aufführungen ("Canto", "Niggel", "Der Bürger als Edelmann") haben Schüler wie Dozenten in den zurückliegenden Jahren immer wieder bewiesen, auf welch hohem Niveau in Hilden Musik unterrichtet wird.
Und nun also "HildenJahre", eine "symphonisch rockende Hommage", für die Matthias Kaufmann, Gunther Rose und Jörg Hartig bekannte Rocksongs für eine große Besetzung mit Sinfonie- und Blasorchester, Zauberflöten, Dozentenband und Chor des "Bonni" arrangiert hatten.
Oft gehörte Stücke wie "Sometime ago", "Here comes the rain again" "Uninvited", "I can't help myself" und "I'll be there" klangen so ganz neu. Und doch: "Das war ganz nah an Freddy Mercury", hieß es im Publikum nach Alexander Kerns "Don't stop me now".
Tamara Peters brillierte stimmgewaltig bei "Light my Fire" und "Live to tell". Achim Rhinow mischte den Saal auf mit "I heard it through the Grapewine" und animierte das Publikum zu "Tokio Hotel"-Gekreische.
Alle drei Solisten hatten sichtlich Vergnügen an der Zusammenarbeit mit den Nachwuchsmusikern aus Hilden. Thomas Volkenstein und Matthias Kaufmann führten die Orchester zu Höchstleitungen. Der Schlusssong hätte nicht treffender gewählt werden können. "Up where we belong". Beflügelt dürften viele Besucher nach diesem Konzert nach Hause gegangen sein.
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