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Hilden: Widerstand gegen Elbsee-Oase

VON MARLON BUCHHOLZ UND CHRISTOPH SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 13.03.2010

Düsseldorf (RPO). Der Bund für Umwelt und Naturschutz und die Hildener Vereine im Wassersportzentrum kämpfen gemeinsam gegen das Wellness-Projekt der Stadt Düsseldorf.

Info

Elbsee

Eigentümer Stadt Düsseldorf.

Nutzer Hildener Windsurfer, Segler, Kanuten und DLRG im Wassersportzentrum Elbsee. Düsseldorfer Taucher. Fünf Düsseldorfer Schulen halten auf dem Gewässer Surf-Unterricht ab.

Wellness-Oase Etwa 6000 Quadratmeter groß, Saunen, Massageräume, Restaurant, Bar, zwei Stege ins Wasser.

Mitte des Jahres soll der Bebauungsplan für die geplante Wellness-Oase am Elbsee verabschiedet werden. Davon geht Heinrich Pröpper, Geschäftsführer der Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR), aus. Die Tochterfirma der Stadt Düsseldorf will dort bis zu 20 Millionen Euro investieren. Pröpper geht davon aus, dass die Aktivitäten der Wassersportler, die Wünsche der Naturschützer und die Wellness-Anlage miteinander vereinbar sind.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Hilden und die Hildener Vereine des Wassersportzentrums Elbsee sehen das anders. Sie lehnen gemeinsam die Pläne ab. Auf der Jahreshauptversammlung des BUND Hilden bekräftigte Sprecherin Claudia Roth (38) ihren Standpunkt: "Solch ein geplanter Wellnesstempel würde die einmalige Unterwasserwelt am Elbsee stören." Der zweite Sprecher Dieter Donner sieht den Kampf gegen das Wellnesszentrum noch nicht verloren: "Das Bebauungsplanverfahren ist noch nicht gestartet. Wie es mit der geplanten Anlage weitergeht, ist völlig offen."

Die Zusammenarbeit zwischen Naturschützern und Wassersportlern erfreut nicht alle BUND-Mitglieder. Ein Zuhörer merkte an, dass die Sportler die Natur auch erheblich stören würden. BUND-Mitglied Martin Pajain wiederum könnte sich sogar mit einem Wellnesszentrum am Elbsee anfreunden – wenn sich daraus keine Nachteile für die Natur ergeben.

Die Base- und Softballer des Sportvereins Hilden-Ost haben ihre Pläne für eine Baseball-Anlage an der Horster Allee aufgegeben und die Verwaltung gebeten, die Planungen einzustellen. Das wertet der Bund als Erfolg. Mehr als 200 Einwendungen habe es gegen das Bebauungsverfahren gegeben, berichtete Roth: "Die Leute wollen an der Itter Natur genießen und kein Remmidemmi." Jetzt wollen die Baseballer mit Unterstützung der Politik einen neuen Anlauf für eine Anlage in der Giesenheide wagen. "Kurz- und auch mittelfristig wird Baseball wohl an der Giesenheide gespielt", erklärt Claudia Roth.

Bebauungspläne liegen aus

Der BUND will sich vermehrt um Schüler kümmern, kündigte Donner an: "Wir wollen die Umweltbildung in die Grundschulen bringen. Dazu werden wir den Kindern unsere Obstwiese zur Verfügung stellen." Um die Kinder geht es auch bei der Hinterbebauung an der Eichenstraße. Zurzeit liegen die Bebauungspläne aus. "Eine Mutter hatte sich erkundigt, wo denn die Kinder bei fertiger Bebauung noch spielen können. Die Antwort war, sie solle doch ihren eigenen Garten zur Verfügung stellen", berichtet Donner. Bei den Wahlen wurden Roth und Donner einstimmig wiedergewählt.

Quelle: RP

 
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