Haan: Windhövel-Center: Was wollen die Bürger?
zuletzt aktualisiert: 23.01.2007Düsseldorf (RPO). Am Windhövel-Center scheiden sich die Geister. Bisher stehen Rat und Verwaltung einmütig hinter dem Projekt. Aus der Bürgerschaft sind allerdings vielfach kritische Stimmen zu hören.
Die Rheinische Post hat ihre Leser aufgefordert, Stellung zu beziehen. Seit Samstag gibt es im Internet die Möglichkeit, ein Votum abzugeben. Das Stimmungsbild war gestern Abend negativ in Sachen Einkaufscenter: 61,5 Prozent derjenigen, die an der Internet-Abstimmung teilgenommen hatten, waren gegen das Projekt, 38,5 Prozent dafür.
„Traumtänzerei“
„Dieser Klotz in der Innenstadt wird Haan als so genannte Gartenstadt endgültig ruinieren“, findet Werner Mentrup und wird in dieser Einschätzung von seiner ganzen Familie unterstützt. Zu erwarten, dass das Center Kaufkraft wieder in Haan bindet, sei „Traumtänzerei“.
Daran glaubt auch Manfred Kriegesmann nicht: „Wenn hochwertige Produkte erstanden werden sollen, fahren die Bürger in umliegende Großstädte, um sich dort aus einer großen Auswahl von Spezialgeschäften, Kaufhäusern und an Warenvorrat zu versorgen.“ Kriegesmann schätzt, dass ein zusätzlicher großer Lebensmittelmarkt zwar ein Magnet sein könnte. Er bezweifelt, dass sich Geschäfte in Haan ansiedeln werden, die heute schon in Hilden vertreten sind.
Verbreitet sind die Sorgen, dass durch Verdrängungswettbewerb die Leerstände von Ladenlokalen in der Haaner Innenstadt zunehmen könnten. Manfred Kriegesmann stammt aus Bocholt und hat eine solche Entwicklung dort durch die von der ITG betriebenen Arkaden beobachtet.
„Angebotslücken schließen“
Ein klares Votum für das Vorhaben gab Philipp Wacker ab. „Die Entwicklung zum geplanten Center begrüße ich sehr.“ Es könne Angebotslücken im Bereich Lebensmittel, Bekleidung, Schuhe schließen. „Die Baulücke zwischen Windhövel und dem schäbigen unteren Neuen Markt würde endlich städtebaulich aufgewertet!“ Der wertvolle Schillerpark bleibe erhalten. Die befürchteten Verkehrsmengen gebe es schon jetzt, „da sich fast alle Supermärkte am Stadtrand angesiedelt haben.“ Haaner führen nach Unterhaan oder gleich nach Hilden. Eine attraktive Innenstadt würde diese Käufer wieder locken.
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