Hilden: Wirtschaft hat Schock verdaut
VON CHRISTOPH SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 16.01.2010Düsseldorf (RPO). Der Hildener Industrieverein, die CDU-Mittelstandsvereinigung und das Stadtmarketing Hilden stellten gestern die Ergebnisse ihrer lokalen Konjunktur-Umfrage 2010 vor.
Zu Beginn des vergangenen Jahres mitten in der Wirtschafts- und Finanzkrise sahen Handel und Unternehmen in Hilden schwarz. 51 Prozent beurteilten die Geschäftsaussichten damals als schlecht (Zum Vergleich: 2008 nur 14 Prozent). Das hat sich inzwischen geändert. Nur noch 16 Prozent der 95 befragten Betriebe erwarten sinkende Umsätze und Gewinne. 56 Prozent rechnen mit gleichbleibenden (2009: 34 Prozent), 28 Prozent (Vorjahr: 15 Prozent) sogar mit besseren Geschäftsaussichten.
Nur eine Momentaufnahme
"Die Befürchtungen sind nicht eingetroffen", interpretierte Norbert B. Roth, Vorsitzender des Hildener Industrievereins, die Konjunkturumfrage 2010, an der sich auch die CDU-Mittelstandsvereinigung und das Stadtmarketing beteiligten. 72 Prozent der Betriebe wollen die Zahl ihrer Mitarbeiter halten (2009: 70 Prozent), 12 Prozent sogar erhöhen (Vorjahr: 10 Prozent). 59 Prozent schätzen die wirtschaftliche Lage ihrer Unternehmen als gleichbleibend ein (2009: 39 Prozent), 15 Prozent erwarten eine Verbesserung (Vorjahr: 9 Prozent). Die Unternehmen haben offenbar kein Problem, an Kredite zu kommen, erläuterte Fred-Harry Frenzel, neuer Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung Hilden. Ihre Bank sei grundsätzlich zur Kreditvergabe bereit, erklärten 79 Prozent. Die Hausbank reagiere flexibel (61 Prozent). Es gebe keine besonderen Erschwernisse (50 Prozent) oder gar eine Kreditklemme (59 Prozent). 55 Prozent der Betriebe kennen das Sonderprogramm der KfW-Bank. Roth warnte jedoch davor, die Zahlen überzubewerten. Es handele sich nur um eine Momentaufnahme. Die Unternehmen müssten einen schwierigen Spagat meistern: die Mitarbeiter und deren Know-how trotz verlorener Aufträge halten, ohne in die roten Zahlen zu geraten: "Das ist eine schwierige Aufgabe, aber machbar." Denn sonst stünden die Firmen bei wieder anziehender Nachfrage ohne Mitarbeiter da. Das wäre ihr Ende.
Konjunktur-Umfrage
Auftraggeber Hildener Industrieverein, CDU Mittelstandsvereinigung Hilden, Stadtmarketing Hilden.
Befragte Angeschrieben wurden 700 Unternehmen und Betriebe in Hilden. Es antworteten 95 (Vorjahr 105).
Noten für Rat und Verwaltung
Große Wachstumsraten schloss Roth für die Zukunft aus. Die seien nicht mehr machbar. Deshalb müssten sich die Betriebe davon verabschieden. Die Arbeit der Verwaltung benoteten die befragten Unternehmen mit 2,8 (Vorjahr: 2,6); Wirtschaftsförderung und Verkehrssituation mit 2,9 (2,8) und 3,2 (3,0), erläuterte Stadtmarketing-Geschäftsführer Volker Hillebrand. Die Arbeit des Stadtrates wurde mit 3,1 bewertet, besser als in den vergangenen drei Jahren (Vorjahr: 3,4 und 3,3). Für das Einzelhandelsangebot in Hilden gab es "nur" eine 2,9 (Vorjahre: 2,6). Da schlage die Schließung von Hertie und Quelle durch, meinte Hillebrand.
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