Haan: Wohnen auf dem Schul-Areal
VON RALF GERAEDTS - zuletzt aktualisiert: 06.12.2010Düsseldorf (RPO). Obwohl die Grundschule Bachstraße erst 2016 gänzlich aufgegeben werden soll, hat das Planungsamt schon einmal drei Entwürfe für eine mögliche Bebauung des Areals zwischen Bachstraße und Sandbachtal entwickelt.
Gerade vier Wochen ist es her, seit der Stadtrat beschlossen hat, den Grundschulstandort Bachstraße zum Schuljahr 2016/17 zu schließen. Bis Ende 2013 soll die marode Turnhalle aufgegeben werden. Jetzt lagen dem Planungs- und Umweltausschuss drei Entwürfe für eine denkbare Wohnbebauung auf dem großen Schulareal zwischen Bachstraße und Sandbachtal vor. Für die ungewohnte Eile hatte SPD-Ratsherr Walter Drennhaus "kein großes Verständnis". Die Kapazitäten der Planer hätten derzeit besser für Fragen des brachliegenden Bereiches Öffentlicher Personen-Nahverkehr (ÖPNV) genutzt werden können.
Planungsamtsleiter Jürgen Rautenberg erklärte, die Verwaltung habe die grundsätzliche Machbarkeit einer Folgenutzung für das Schulgelände untersucht. Drei Varianten sind entwickelt worden, wobei zwei den Erhalt des westlichen Altgebäudeteils als Kindergarten vorsehen, den die Private Kindergruppe betreibt und auf dessen Möglichkeiten die Stadt mit Blick auf den Rechtsanspruch sogar für Kinder unter drei Jahren auf absehbare Zeit kaum wird verzichten können.
Weiteres Verfahren
Nach dem Einstieg in das förmliche Bauleitplanverfahren will die Verwaltung in den kommenden Jahren eine Diskussionsveranstaltung zur Öffentlichkeitsbeteiligung ausrichten.
Daraus könnten sich noch Änderungen ergeben. Danach wird ein Entwurf zur 4. Änderung des Bebauungsplanes "Alte Schule Bachstraße" (Nr. 31) entwickelt und nach Beschluss öffentlich ausgelegt.
Auch die Träger öffentlicher Belange müssen beteiligt werden.
In Anlehnung auf die umgebende Wohnbebauung an Sanddornweg und den Stichwegen der Bachstraße sind überwiegend Hausgruppen mit maximal zwei Vollgeschossen vorgesehen. 29 Wohngebäude wären möglich, wobei die Grundstücksgrößen zwischen 130 und 310 Quadratmeter schwanken. Doppelhausgrundstücke wären zwischen 260 und 310 Quadratmeter groß und Gelände für Einzelhäuser zwischen 470 und 490 Quadratmeter. Die Planung könnte auch abschnittsweise verwirklicht werden.
Meike Lukat (CDU) fand, die Wohnbebauung sollte nicht so stark verdichtet werden. Petra Lerch (GAL) wünschte sich eine städtebauliche Konzeption im Vorfeld der Planung. Es müsse überlegt werden, wie es mit Kindertageseinrichtung und OGS-Gruppen weitergeht. Außerdem habe der Stadtrat vor Jahren ein Klimaschutzkonzept entwickelt. Dessen Kriterien gelte es bei dieser potenziellen Baufläche anzulegen. "Wir sollten uns hier nicht vom Gedanken leiten lassen, was sich am schnellsten vermarkten lässt." Walter Drennhaus (SPD) verwies auf das Flächenmanagement, dem sich die Stadt verschrieben habe. Das gelte es zu untersuchen. Zudem werde die Stadt Infrastrukturkosten aufbringen müssen – für Zufahrten und letztlich für die Kanalisation, die wegen des Gefälles zum Sandbach und der höher in der Bachstraße gelegenen Kanäle nur technisch aufwändig zu konzipieren sein dürfte, vermutete Dr. Reinhard Pech (CDU). Drennhaus: "Der Erwerber des Geländes wird sagen, was da hin kommt, um einen hohen Ertrag aus seinem Invest zu ziehen." Heute wisse niemand, ob in sechs Jahren noch Einfamilienhäuser gefragt sind.
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