Haan: Zu Besuch im Friedensheim
VON SOPHIE VOM STEIN - zuletzt aktualisiert: 11.09.2008Düsseldorf (RPO). Der ökumenische Besuchskreis im Friedensheim feiert 25- jähriges Jubiläum. Die Mitglieder des Kreises besuchen einsame Menschen im Heim, sprechen mit ihnen und singen alte Lieder.
Besuchskreis
Gegründet 1983.
Mitglieder rund 20.
Jubiläumsgottesdienst Am Sonntag, 14. September, um 10 Uhr im Blauen Saal des Altenzentrums Friedensheim, Deller Straße 31. Ein Empfang schließt sich um 11 Uhr an.
Kontakt Über Pfarrerin Gabriele Gummel, Tel. 02129 7178.
Mit 67 Jahren ist Karin Scholz ein „junges Küken“ im Friedensheim. Geistig völlig fit und auch körperlich wenig beeinträchtigt fühlt sie sich im Heim manchmal einsam. „Niemand ist da, mit dem man sich unterhalten kann“, erzählt sie traurig. Wenn aber Annemarie Wilms zu Besuch kommt, strahlt die Heimbewohnerin und „der Tag ist gerettet“. Wilms ist seit acht Jahren Mitglied im ökumenischen Besuchskreis im Friedensheim, der seit 25 Jahren besteht. Die Mitglieder besuchen einsame Heimbewohner, unterhalten sich mit ihnen und hören ihnen zu.
Tiefe Freundschaften entstanden
„Bei der Gründung des Besuchskreises 1983 war das Friedensheim für Fremde noch relativ geschlossen. Erst durch den Besuchskreis kamen auch Menschen von außen zu Besuch“ , erzählt Pfarrerin Gabriele Gummel, die den Kreis zusammen mit einer Mitarbeiterin des Heims leitet.
Ein Mal in der Woche kommen die Mitglieder zu den Bewohnern. Dann wird in Gruppen von zehn bis zwölf Personen gemeinsam gesungen, gespielt oder erzählt. Die Mitglieder des Besuchskreises holen die Senioren in ihren Zimmern ab, bringen sie in den Gemeinschaftsraum und später wieder zurück. Manchmal bleiben die Besucher bis zu vier Stunden in der Einrichtung. Viele tiefe Freundschaften sind entstanden. Am Anfang sei es schwer, mit vereinsamten Menschen in Kontakt zu kommen. Seien erst die Hemmungen überwunden, so werde jeder Besuch zu einer großen Bereicherung. Gesprochen wird über Alltägliches, über Garten, Haushalt und bei manch älteren Herren auch über Fußball-Ergebnisse.
Im Ruhestand weiter aktiv
Enge Freundschaften hat auch Annemarie Wilms geschlossen. Sie nimmt Bewohner manchmal sogar mit nach Hause und backt Waffeln. Mit Besuchen im Heim hat sie vor mehr als zehn Jahren angefangen. Damals war sie noch im Schuldienst tätig und besuchte die Einrichtung mit ihren Grundschülern. Im Friedensheim hat sie mit Jung und Alt Martinslaternen gebastelt oder Gedichte gelernt und vorgetragen. In der Schule arbeitet die 70-Jährige nicht mehr, ihre „alten Bekannten“ im Heim besucht sie immer noch.
Einrichtungsleiterin Heike Harlander freut sich sehr über die Arbeit des Besuchskreises. Die Mitarbeiter hätten häufig keine Zeit, sich mit einzelnen Bewohnern intensiv zu beschäftigen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum