Hilden/Langenfeld: Zurück in den Beruf
VON SUSANNE RÖHR - zuletzt aktualisiert: 09.12.2006Düsseldorf (RPO). Um Langzeitarbeitslose ins Arbeitsleben zu integrieren, arbeiten Bildungsträger aus Hilden und Langenfeld erstmals gezielt zusammen. Der Schulterschluss soll Kompetenzen bündeln und Erfolgsquoten erhöhen.
„Das war längst überfällig“, sagt Olaf Schüren, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Jugendwerkstatt Hilden (GJwH): Städtische Gesellschaften aus Hilden und Langenfeld arbeiten erstmals gezielt zusammen, um Langzeitarbeitslose für den Arbeitsmarkt fit zu machen.
Seit September läuft die erste so genannte Stabilisierungsmaßnahme mit 48 Teilnehmern. Im Auftrag der ARGE Me-aktiv bündeln die GJwH, das Gemeinnützige Seniorenzentrum Stadt Hilden und die Gesellschaft gegen Arbeitslosigkeit (GGA) Langenfeld ihre Fähigkeiten als so genannte Bietergemeinschaft. Der Schulterschluss hat einen erheblichen Vorteil: Die Langzeitarbeitslosen profitieren von den Erfahrungen, Kompetenzen und Kontakten von gleich drei etablierten Bildungsträgern. „Vorher haben wir nebeneinander gearbeitet“, gibt Schüren zu. Jetzt heiße es: „Gemeinsam sind wir stark.“
Projekt kompakt
Ziel Langzeitarbeitslose in Arbeitsmarkt integrieren.
Programm Ein-Jahres-Qualifizierung in Theorie und Praxis von maximal 48 Teilnehmern in vier Berufsfeldern (Metall, Lager, Hotel/Gaststätten, Kaufleute).
Initiatoren Im Auftrag der ARGE me-aktiv. Gemeinnützige Jugendwerkstatt Hilden, Gesellschaft gegen Arbeitslosigkeit Langenfeld, Gemeinnütziges Seniorenzentrum Stadt Hilden.
Kosten 400 000 Euro (600 Euro pro Monat pro Teilnehmer).
Besonderheit Erstmals gezielte Zusammenarbeit in Bietergemeinschaft.
Kontakt ARGE-ME-aktiv@arbeitsagentur.de .
„Wir können so viel besser die Bedürfnisse der Arbeitssuchenden und der Arbeitgeber formulieren“, sagt Klaus Przybilla, Geschäftsführer der ARGE Me-Aktiv, die eine Ausschreibung gewann: 400 000 Euro stehen für das Projekt bereit. Über zwei Jahre wird es laufen.
Akademiker bis Schulabrecher
Die Teilnehmer lernen seit drei Monaten. Angeboten werden vier Berusfelder. Die GGA lehrt im Metall- und im Lagersektor. Das Seniorenzentrum bildet im Hotel- und Gaststättengewerbe aus und die GJwH lehrt im gesamten kaufmännischen Bereich. Dafür stehen jeweils zwölf Plätze zur Verfügung. Mit dabei sind ganz unterschiedliche Leute: von 21 bis 46 Jahren, vom Akademiker bis hin zum Schulabbrecher. Ein Ziel haben alle, auch die Bildungsträger: Integration in den Arbeitsmarkt. Dorthin führt ein einjähriges Programm. In den ersten acht Wochen steht die Eignungs- und Problemanalyse im Mittelpunkt: „Wo liegen persönliche Stärken, was interessiert, welche Fähigkeiten werden mitgebracht“, nennt Gabriele Dietz, Projektkoordinatorin im GJwH. Teil zwei, acht Monate lang, ist die Qualifizierungsphase. Das heißt Unterricht und Erprobung in Übungsfirmen. Am Schluss steht ein dreimonatiges Praktikum an.
Mindestens die Hälfte vermitteln
„Ziel ist es, mindestens die Hälfte in ein festes Arbeitsverhältnis zu vermitteln.“ Eine Erfolgsgeschichte zeichnet sich schon ab: Claudia Dietrich. Die 36-jährige gelernte Rechtsanwaltsgehilfin aus Monheim qualifiziert sich im kaufmännischen Bereich.
Als vierfache Mutter war sie lange Zeit nur jobben. „Mit der Maßnahme will ich meine Fähigkeiten auffrischen. Buchhaltung, neue Computersoftware und die neue Rechtschreibung“, sagt Dietrich. Ihr Engagement hat Erfolg: Im Januar fängt sie ein Praktikum bei der LBS an. Die Chancen auf einen festen Job danach stünden gar nicht schlecht.
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