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Fußball: Ernüchterung kehrt ein

VON BIRGIT SICKER - zuletzt aktualisiert: 07.02.2012

Fußball (RP). Nach dem Aufstieg in die Fußball-Niederrheinliga war die Euphorie im Lager des SV Hilden-Nord groß. Doch jetzt überwintert die Mannschaft von Thomas Knüfermann mit der roten Laterne – und will am 26. Februar die Aufholjagd im Kampf um den Klassenerhalt starten.

Nach dem Aufstieg trug sich Thomas Knüfermann ins Goldene Buch der Stadt Hilden ein.  Foto:  Archiv/Tinter
Nach dem Aufstieg trug sich Thomas Knüfermann ins Goldene Buch der Stadt Hilden ein. Foto: Archiv/Tinter

Im Sommer war die Euphorie im Lager des SV Nord groß. Denn in souveräner Manier machten die Hildener in der vergangenen Saison vorzeitig den Aufstieg in die Fußball-Niederrheinliga perfekt. Längst aber ist Ernüchterung an der Furtwänglerstraße eingekehrt. Ausgerechnet am letzten Spieltag vor der Winterpause übernahm der Liga-Neuling die rote Laterne und ist aktuell sechs Zähler vom rettenden Ufer entfernt.

"Wir hatten schon mit einem schweren Start gerechnet, aber nicht damit, dass wir jetzt ganz unten stehen", gestand Thomas Knüfermann. Der Trainer stellte kurz und bündig fest: "Wir wollten mindestens 13. werden, einen Schritt Richtung Oberliga machen – aber davon sind wir jetzt weit weg." Die Gründe liegen für den 43-Jährigen auf der Hand: "Die Niederrheinliga hat mehr Tempo und mehr Qualität als die Landesliga. Das merkt man Sonntag für Sonntag." Deshalb steht für ihn fest: "Unterm Strich machen wir zu wenig." Zu offensichtlich sei, dass einige Akteure weit entfernt sind von der Normalform, die sie im Aufstiegsjahr zeigten. "Gerade in der zweiten Hälfte der vergangenen Saison haben wir überragend gespielt. Das fehlt jetzt einfach – vielleicht kassieren wir gerade deshalb immer wieder Tore in letzter Sekunde." Zugleich erkannte Knüfermann: "Im Jahr des Aufstiegs haben wir vom Kollektiv gelebt, nicht von der spielerischen Leistung."

In den nächsten vier Monaten sollen die Norder nun zu alter Leistungsstärke finden. "Mit einem glücklichen Auftakt kommt vielleicht die Kehrtwende", hofft Knüfermann. Wohl wissend: "Sechs Punkte Abstand zum 13. Platz sind nicht viel, aber wenn wir gleich zu Beginn zwei Niederlagen kassieren, wird es schwer." Das Potenzial sei in der Norder Truppe durchaus vorhanden, doch wenn das Team unter Druck gerät, könnte auch die Angst vor Fehlern aufkommen. "Das ist schließlich eine sehr junge Mannschaft, für die es mit dem Aufstieg sehr schnell ging."

Auch das Verletzungspech machte den Hildenern einen dicken Strich durch die Rechnung. Während es im Meisterjahr nur wenig Veränderungen in der Startformation gab, stellt sich das Team nun oftmals von selbst auf. "Bis auf drei Spiele hatten wir jedes Mal eine andere Anfangsformation", erklärt Thomas Knüfermann. Individuelle Aussetzer wie die rote Karte von Benjamin Thoma, die berufliche Neuorientierung einiger Akteure wie Dominik Donath oder Stefan Schaumburg, dazu die längere Auslandsreise von Lamine Kaiser – all das trägt seinen Teil dazu bei, dass es dem Norder Team letztlich an der Konstanz fehlt. Schmerzhaft machte sich zudem der langfristige Ausfall von Michael Kremer (Knieoperation), Julian Bumbullies (Mittelfußbruch), Claudio Salvador (Knie) und Alfred Ziegler (Fingerbruch) bemerkbar. "Ich hätte nicht gedacht, dass es uns so stark beutelt", gesteht Knüfermann. Unter diesen Umständen erweist sich der behutsam verstärkte Aufstiegskader als zu klein. Denn "Glücksgriffe" wie Neuzugang Christian Petry (Bayer Uerdingen) oder Jan Wester (zweite Mannschaft) "gleichen das nicht aus". Gerade Wester brachte vor Weihnachten frischen Schwung in die Norder Truppe. "Er hat diese jugendliche Frische, diese Galligkeit – er lebt den Sport", lobt Knüfermann die Nachwuchskraft.

Allen widrigen Vorzeichen zum Trotz geben die Norder den Kampf um den Klassenerhalt aber nicht auf. "Es macht wirklich Spaß, weil ich sehe, dass die Jungs wollen", ist auch Thomas Knüfermann keineswegs amtsmüde. "Wir sind immer noch eine verschworene Truppe und wenn wir zwei, drei Erfolgserlebnisse haben, dann kommen wir zurück", sagt der Coach mit Nachdruck. Das Heimspiel am 26. Februar gegen den TuS Bösinghoven (15 Uhr, Furtwänglerstraße) weist den Weg. In der Hinrunde zogen die Norder den Kürzeren. Der entscheidende Treffer fiel in der Nachspielzeit, als die Gastgeber einen direkten Freistoß zum 2:1-Sieg verwerteten.

Quelle: RP


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