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Fußball: Im Hexenkessel die Weichen stellen

VON BIRGIT SICKER - zuletzt aktualisiert: 02.03.2007

In der Fußball-Verbandsliga erwartet Schlusslicht VfB 03 an der Hoffeldstraße den Sechsten FSV Kettwig. Die Gäste durchlebten eine turbulente Winterpause mit Finanzproblemen, Spielerboykott und Trainerrücktritt.

VfB Hilden – FSV Kettwig. Der Punktspielauftakt im neuen Jahr macht Hoffnung. Immerhin trotzten die Verbandsliga-Fußballer des VfB 03 der aufstiegsambitionierten Zweitvertretung von Rot-Weiß Essen einen wichtigen Zähler ab. Trotz der schlechten Vorzeichen – drei grippekranke Stammkräfte fielen ganz aus, zwei liefen angeschlagen auf – lieferten die Hildener einen bravourösen Kampf. Im zweitägigen Trainingslager in Münster legten die VfB-Kicker die Basis. „Wir haben vier bis fünf Stunden viele Übungen gemacht, die den Teamgeist fördern“, berichtet Peter Waldinger. „Die Jungs hatten so einen Spaß – die haben sogar fast die Sportschau vergessen“, so der Trainer. Dieser Funke sprang letztlich auf die Verbandsliga-Partie gegen Essen über.

Die rote Laterne halten die Hildener allerdings noch immer in ihren Händen, auch wenn sie zum Abstiegskonkurrenten RWO II aufschlossen – die Oberhausener hatten letzten Sonntag spielfrei. Angesichts der bedrohlichen Tabellensituation betont Peter Waldinger vor der Partie gegen den Sechsten Kettwig: „Drei Punkte müssen her – gerade zu Hause.“ Der Umzug auf den engen Kunstrasen an der Hoffeldstraße (15.15 Uhr) soll für die richtige Hexenkesselatmosphäre sorgen. „Da steckt viel Tradition dahinter“, erinnert sich der Trainer gerne an die Erfolge, die seine Elf in der Vergangenheit auf diesem Geläuf feierte. „Man muss jeden Strohhalm ergreifen“, weiß der 50-Jährige. Ein weiterer Trumpf: Der Chef-Coach hat derzeit alle Mann an Bord.

Während Peter Waldinger seine Elf in Essen noch defensiv ausrichtete, setzt er nun das Augenmerk verstärkt auf die Offensive. Mit Apostolos Sakalakis, Udo Wimmershoff, Jacques Goumai und Samuel Sibilski bieten sich mehrere Akteure für den Sturm mit zwei oder drei Spitzen an. Schwieriger ist die Auswahl für das Mittelfeld – „da benötige ich vier Leute, die Dreck fressen“, betont Waldinger.

Die Kettwiger stehen zwar aktuell auf Rang sechs, vermeldeten aber in den vergangenen Wochen erhebliche Probleme. So drückt den Verein eine Schuldenlast von rund 200 000 Euro, es gab interne Querelen wie Spielerboykott und Trainerrücktritt. Allmählich ebbt das Erdbeben ab. Karl Weiß nahm den Job als Chef-Coach wieder auf, die vom Vorstand suspendierten Kai Berges und Timo Diehle stehen von neuem im Kader. Allerdings litt die Vorbereitung des FSV unter dem Hickhack – erst vor gut zwei Wochen stiegen die Kettwiger in den normalen Trainingsbetrieb ein. Daher schien der freie Fall in der Tabelle programmiert. Umso überraschender kam der 1:0-Sieg über die Sportfreunde Baumberg. Mit einer kompakten Abwehr legten die Essener die Basis. Die erste und einzige Chance des FSV in der ersten Halbzeit nutzte Sebastian Hoffmann per Kopf zum Tor des Tages.

„Die spielen auch ohne Geld und geben nicht auf – das habe ich mehr als einmal erfahren“, warnt Peter Waldinger. Zumal der Trainer die Hinrunden-Partie noch in guter Erinnerung hat. Serdar Özdemir und Daniel Rehag brachten den VfB 03 mit 2:0 in Führung – am Ende aber trennten sich die Kontrahenten auf der Asche der Ruhrarena mit 2:2.

Quelle: RP

 
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