Schülertriathlon: Reizvolle Abwechslung
VON DANIEL OELBRACHT - zuletzt aktualisiert: 16.09.2010Die Hildener AT richtet zum fünften Mal einen Schülertriathlon aus. Nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Eltern ist der Dreikampf im und abseits des Beckens ein tolles Erlebnis.
Ole weiß gar nicht recht, wie ihm geschieht. Der Siebenjährige ist noch völlig außer Atem und wirkt etwas irritiert, als ihm eine Helferin der Hildener AT die Medaille um den Hals hängt und ihn sanft in Richtung des Tisches mit den Erfrischungen und Snacks schiebt.
Noch bevor er sich ein Stück Banane oder einen Becher mit Apfelschorle nehmen kann, sind seine Eltern zur Stelle. "Das war super!", strahlt die Mutter bis über beide Ohren und schließt den abgekämpften Sohn in ihre Arme, während der Vater das Ereignis im Foto festhält. Als Ole dann realisiert, dass er auf Anhieb den vierten Platz belegt hat, beginnt auch er zu lächeln.
Zum fünften Mal richtete die Hildener AT im und um das Waldbad einen Triathlon für Schüler der ersten bis neunten Klasse aus. Für die Jüngsten war es zwar nur ein Wettkampf mit zwei Disziplinen (Schwimmen und Laufen), aber auch sie sollten – so die Idee der Organisatoren – die Vielseitigkeit des Hobbys kennenlernen.
Schülertriathlon
Teilnehmer Beim fünften Schülertriathlon der Hildener AT gingen rund 80 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren sowie neun Staffeln an den Start.
Anforderungen Schüler der ersten und zweiten Klasse absolvierten einen "Swim and Run" (50 Meter Schwimmen, 500 Meter Laufen). Der Triathlon für Dritt- bis Sechstklässler umfasste 50 Meter Schwimmen, zwei Kilometer Radfahren und 500 Meter Laufen. Für Schüler der Klassen sieben bis neun waren die Distanzen doppelt so lang.
"Wir haben die Teilnehmerzahl des vergangenen Jahres bestätigt, konnten aber wieder nur an der 100er-Marke kratzen", stellte René Kautz beim Durchsehen der Startlisten fest. Der HAT-Pressesprecher freute sich dagegen über die professionelle Unterstützung durch die Asics-Triathlon-Schülertour, die unter anderem Startnummern zur Verfügung stellte und den Hildener Wettkampf auf ihrer Homepage als eine von bundesweit 49 Stationen aufführt.
Cederik ist vor seinem Start etwas aufgeregt. "Mein großer Bruder René hat mir von seinem Triathlon erzählt. Da bin ich neugierig geworden", berichtet der Siebenjährige. Sein jüngerer Bruder Timo (4) blickt neidisch zur Wechselzone. Auch er würde lieber mitmachen, statt nur anzufeuern. Mutter Miriam Liskow war früher selbst begeisterte Triathletin und gibt ihrem Sohn kurz vor dem Start noch einige Tipps: "Die Strümpfe kannst du weglassen", sagt die 44-Jährige. "Das Umziehen", betont sie, "gilt unter Triathleten als die vierte Disziplin."
Triathlon-Profi Olaf Sabatschus steht ein paar Meter abseits der Ziellinie und schaut dem Gewusel in der Wechselzone zu. Er schmunzelt. "Es herrscht eine tolle Atmosphäre hier, und das Wetter spielt auch noch mit", freut er sich. Er ist sicher, dass es das Selbstbewusstsein der Teilnehmer stärkt, wenn sie den Triathlon durchhalten, das Ziel erreichen und im Mittelpunkt stehen. "Die Abwechslung dieses Sports ist auch für Kinder sehr reizvoll", betont er und erfüllt beim Reden die Autogrammwünsche von zwei Fans.
Im Stadtwald sind viele Spaziergänger erstaunt über die jungen Sportler, die mit Fahrrad oder laufend auf der abgesteckten Strecke unterwegs sind. Nur dort sind die Aktiven auf sich allein gestellt – im Waldbad stehen die Eltern am Beckenrand und warten anschließend in der Wechselzone. Am Streckenrand stehen Schaulustige, und die Kommentatoren Dirk Buschmann und Rolf Schulte feuern ohnehin jeden an, der eine Startnummer trägt.
Cederik belegt bei seinem Debüt Rang 14 und ist mit seiner Leistung nicht ganz zufrieden: "Ich bin mit Seitenstichen durchgelaufen. Bei der Einfahrt bin ich mit dem Rad hingefallen, und dann hab ich noch fast vergessen, den Helm abzuziehen." Will er nächstes Jahr trotzdem noch einmal teilnehmen? "Vielleicht", antwortet er und lächelt, "weil Spaß gemacht hat es ja."
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