Tennis: Verbandsmeister Henke und Lesic
VON BIRGIT SICKER - zuletzt aktualisiert: 27.05.2008Die Tennis-Fans kamen auf der Anlage des TC Stadtwald auf ihre Kosten. Im Damen-Feld erreichten die Favoritinnen das Finale – Titelverteidigerin Franziska Etzel verpasste jedoch den Hattrick. Bei den Herren zog überraschend Daniel Düren ins Endspiel ein.
Die ganz große Überraschung blieb am Ende aus, denn im Damen-Finale der Meisterschaften des Tennisverbandes Niederrhein waren die Favoritinnen unter sich. Und mit Vanessa Henke (TC Benrath, DTB 17) stand die Nummer eins der Setzliste zum Abschluss ganz oben auf dem Treppchen. Franizska Etzel vom Lintorfer TC (DTB 27) blieb damit der Hattrick bei den Titelkämpfen verwehrt – 2006 und 2007 setzte sich die Zweitliga-Spielerin die Krone auf. Jetzt aber zog sie im Duell gegen die Bundesliga-Akteurin Henke in zwei Sätzen den Kürzeren. Allerdings waren die Durchgänge hart umkämpft, denn erst nach eindreiviertel Stunden stand die Siegerin fest.
Von Beginn an war Vanessa Henke zumindest psychologisch im Vorteil, denn die Benratherin startete mit eigenem Aufschlag in die Partie und führte mit 2:1. Danach gelang der 27-Jährigen das erste Break gegen Franiska Etzel, die sich wenig später mit 1:4 im Rückstand sah. „Ich war anfangs einfach zu nervös“, bekannte die 24-Jährige. Doch als Vanessa Henke bereits mit 4:1 in Front lag, drehte die Titelverteidigerin plötzlich auf. Etzel brachte ihren Aufschlag zum 2:4 durch und verkürzte sogar auf 3:4.
Die Spannung im Finale nahm zu. Zwar hatte Henke bei einer 5:3-Führung erneut alle Trümpfe in der Hand, doch Etzel gab sich längst nicht geschlagen. Mit einem tollen Stop-Ball knöpfte sie ihrer Kontrahentin erneut das Aufschlagsspiel ab und hatte mit dem 4:5 wieder Tuchfühlung. Nach dem Ausgleich zum 5:5 behielt Vanessa Henke jedoch die Ruhe und setzte sich von neuem auf 6:5 ab. In der Schlussphase des ersten Satzes war Franziska Etzel letztlich dem Druck nicht gewachsen und gab nach dem 30:40-Rückstand den ersten Durchgang ab.
Die Anfangsphase des zweiten Satzes war fast ein Spiegelbild des ersten Abschnitts. Erneut nahm Vanessa Henke mit eigenem Aufschlag den Wettstreit auf, führte sogar mit 2:0. Etzel verkürzte zwar mit einem Break auf 1:2, gab aber im nächsten Spiel direkt wieder den eigenen Aufschlag ab. Von neuem kämpfte sich die Lintorferin ins Match zurück, konterte zum 2:3. Danach aber hatte Henke leichtes Spiel und brachte mit einem weiteren Break zum 6:2 ihren ersten Titelgewinn bei den Verbandsmeisterschaften unter Dach und Fach.
„So ein Turniersieg gibt immer Selbstvertrauen“, bekannte die Siegerin, die erst seit einem halben Jahr für den TC Benrath antritt. „Ich fühle mich hier schon sehr heimisch und habe gute Matchpraxis bekommen“, erklärte die 27-Jährige. Franziska Etzel hingegen stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. „Der Hattrick war schon mein Ziel, deshalb ist die Niederlage für mich eine große Enttäuschung“, machte die Lintorferin aus ihren Ambitionen keinen Hehl. „Ich ärgere mich vor allem, dass ich im Finale nicht die Leistung zeigen konnte wie die Tage zuvor. Ich habe einfach zu viele Fehler gemacht“, analysierte die 24-Jährige selbstkritisch.Vor allem der Aufschlag ließ Etzel allzu oft im Stich: „Da war keine Konstanz drin.“
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