Langenfeld: 1962: Ein Ring
zuletzt aktualisiert: 11.09.2008 - 21:42Was ist Ehre ohne Verdienst? – Dies fragte sich nicht nur der englische Romanautor Daniel Defoe (1660 − 1731), aus dessen Feder unter anderem der gestrandete Robinson Crusoe entsprang. Auch die Langenfelder wollten Bürgern, denen besondere Ehre gebührt auf eine spezielle Art und Weise würdigen.
Gleichzeitig war dies mit dem Gedanken verbunden, das demokratische Bewusstsein und die bürgerliche Mitverantwortung der eher demokratie−unerfahrenen Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg zu fördern. Deshalb führte die Stadt 1962 den Ehrenring ein, der bis heute in unregelmäßigen Abständen verliehen wird.
Der goldene Ring besitzt eine quadratische Platte mit dem Langenfelder Stadtwappen und auf der Innenseite befindet sich die Inschrift „Ehrenring der Stadt Langenfeld Rhld. für ...“, sowie das Datum des Tages der Verleihung. Er wird verliehen an Personen, die sich besonders zum Wohle der Gemeinschaft eingesetzt haben. Nur der Geehrte, der zusätzlich eine Urkunde erhält, hat das Recht den Ring zu tragen.
Dies müssen nicht nur Langenfelder sein. Auch schon zwei Senlisern wurde diese Ehre zu Teil. So etwa 1994 dem ehemaligen Senliser Bürgermeister Gaston Percot, der nach der Hochzeit seiner Tochter mit einem Langenfelder, den Anstoß für eine Partnerschaft der beiden Städte gab. Jeder Ehrenring ist ein Unikat. Er wird von einem Juwelier speziell für den jeweiligen Träger angefertigt. Zudem gibt es für Herren und Damen unterschiedliche Modelle. Wer sich zu den wenigen glücklichen Ringbesitzern zählen darf, muss zuvor der Stadtrat mit einer 2/3−Mehrheit entscheiden.
„Es gibt nichts Schlimmeres als Ehrungen“, erklärt Manfred Rommel von der Langenfelder Stadtverwaltung. „Sie schlagen jemanden vor und schon gibt es Stimmen die sagen: ,Warum der? Ich habe doch genauso viel getan.?“ 1962 wurden erstmals zwei Ringe an Ernst Melcher und Anton Schmitz verliehen. Seitdem ging er an 29 Auserwählte. Zuletzt im Jahre 2004 an Winfried Graw. Im Falle von unwürdigem Verhaltens des Trägers kann der Rat auch entscheiden, den Ring wieder zu entziehen – doch dies war zum Glück bis jetzt noch nicht nötig.
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