Langenfeld: 1986: VfB steigt in die Oberliga auf
zuletzt aktualisiert: 11.09.2008 - 10:31Dreitausend Zuschauer verfolgten 1986 das Entscheidungsspiel, in dem der VfB 06 Langenfeld siegte und in die damals drittklassige Oberliga Nordrhein aufstieg – einer der größten Erfolge in der Langenfelder Fußballgeschichte. In der Anfangszeit des VfB, der 1906 als FC Germania Immigrath gegründet wurde, war er schon mit 50 Zuschauern durchaus zufrieden.
Neben dem Ballspielverein 06 Landwehr und dem SC Germania Reusrath 1913, war er einer der ersten Clubs, die sich ausschließlich dem in Langenfeld noch jungen Fußballsport widmeten. Wie in ganz Deutschland gab es Ende des 19. Jahrhunderts Vorbehalte gegenüber dem „neuen Sport“. Vor allem Eltern und Lehrern war diese Art von Leibesertüchtigung nicht geheuer. Sie kannten es nur als rabiates, regelloses Kicken auf der Dorfstraße.
1874 wurde das organisierte Fußballspiel in Deutschland eingeführt, in einem Braunschweiger Gymnasium. Große Konkurrenz für den Ballsport war das fest in Schule und Militär verankerte Turnen, das als Teil der deutschen Nationalbewegung einen scheinbar überragenden Stand gegenüber dem „englischen Sport“ hatte. Um 1900 verbesserte sich jedoch die Situation des Fußballs, der immer mehr Anerkennung fand. In dem Jahr wurde Fußball olympische Disziplin, und der frisch gegründete DFB führte einheitliche Regeln in ganz Deutschland ein.
In Langenfeld änderte sich die negative Auffassung dank des 1902 gegründeten regionalen Vereins für Volks− und Jugendspiele, der Abteilungen in Richrath und Immigrath unterhielt. Schnell wurde der organisierte Fußball zu einem Publikumsmagneten, der das Sportinteresse vom „einzelnen, persönlich Aktiven“ auch auf die Außenstehende ausdehnte, wie Rolf Müller in der „Stadtgeschichte Langenfeld“ erklärt. Zwar betrieb der Richrather Turnverein von 1869 schon „Schauturnen“ auf Vereinsfesten, doch von großen Zuschauerzahlen ist nichts bekannt. Ein erstes Nachkriegshoch im Fußball gab es 1967, als der TBV 06 Landwehr−Wiescheid in die Bezirksklasse aufstieg, was sich 1 400 Schaulustige nicht entgehen lassen wollten.
Nach dem noch größeren Erfolg des VfB 19 Jahre später pilgerten durchschnittlich 1072 Zuschauer zu den Heimspielen, bis es 1989 wieder abwärts ging. Es folgten noch viele weitere Abstiege und existenzbedrohende finanzielle Schwierigkeiten. Inzwischen spielt der VfB in Kreisliga B, der zweittiefsten Wettkampfklasse. ber
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum