Langenfeld: 1988: Bundesfest der Schützen
zuletzt aktualisiert: 11.09.2008 - 10:20Schützenbruderschaften haben eine lange Tradition in Langenfeld. Auch der ehemalige langjährige Bürgermeister und Ehrenbürger Hans Litterscheid ist begeisterter Schütze und war sogar Bundesschützenmeister. Deshalb lud er den Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften 1988 nach Langenfeld ein, hier sein Bundesfest auszutragen. Rolf Müller bezeichnet es in der „Stadtgeschichte“ als „Jahrhundertereignis“ für alle heimischen Schützen.
Alle sechs hiesigen Schützenvereine nahmen an dem Bundesfest teil – auch der Reusrather Schützenverein von 1834, obwohl er dem Verband gar nicht angehört. Als Wertschätzung seiner engagierten Mitarbeit erhielt er während der Feierlichkeiten die Graf−von−Galen−Plakette. Schützenbruderschaften haben ihre Ursprünge im geistlichen Vereinswesen des Spätmittelalters. Die Mitglieder verpflichteten sich, gemeinsam Gottesdienste abzuhalten und sich gegenseitig in Notfällen zu helfen.
Bei den Schützenbruderschaften kommt hinzu, dass sie die Gemeinde als Bürgerwehr in Kriegszeiten vor raubenden und mordenden Horden schützen und in ruhigen Zeiten die Sicherheit garantieren sollten. Ab dem 17. Jahrhundert übernahmen fast ausschließlich Söldner diese Aufgaben. Als sie militärisch nicht mehr gebraucht wurden, begannen die Bruderschaften deshalb, erste Schützenfeste mit Schießübungen und −wettbewerben abzuhalten.
Der Schutzpatron des Bruderschaftenbundes sowie zahlreicher Vereine ist der heilige Sebastian. Unter dem römischen Kaiser Diokletian (284−305) war er ein Offizier, der sich öffentlich zum Christentum bekannte. Darauf ließ der Kaiser ihn durch Bogenschützen erschießen. Er ist auch Schutzpatron des ältesten aller Langenfelder Vereine: der Reusrather St. Sebastianus−Schüttzenbruderschaft, die aus der 1468 gegründeten „Schützenbruderschaft zu den vier heiligen Marschällen“ für Reusrath und Rheindorf hervorging. 1833 spalteten sich die Reusrather davon ab und verselbstständigten sich.
1928 wurde der Bund der Historischen Schützenbruderschaften durch den Kölner Pfarrer Peter Louis gegründet. Dadurch sollte der Zusammenhalt der Schützenbruderschaften gestärkt und das katholische Vereinsleben gefördert werden. Eine wichtige Person hierbei war unter anderem der Langenfelder Pfarrer Mirbach, der den zugezogenen Louis mit der örtlichen Schützenkultur vertraut machte. Heute besteht der Bund aus fast 1300 Bruderschaften mit zirka 600 000 Mitgliedern. ber
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