Langenfeld/Monheim: Ältere leiden an Folgen stärker
zuletzt aktualisiert: 15.09.2008Düsseldorf (RPO). Risiken mindern
Die Betreuung älterer Menschen nach einer erlebten Straftat ist auch ein Schwerpunkt der Arbeit des Weißen Rings. Seit mehr als sechs Jahren ist Kriminalhauptkommissar Frank Bons (44) Opferschutzbeauftragter und Leiter der Außenstelle Kreis Mettmann. Mit ihm sprach RP-Mitarbeiter Martin Mönikes.
Warum liegt der Schwerpunkt Ihrer Arbeit unter anderem bei Senioren?
Bons Nach der Statistik werden ältere Menschen nicht häufiger Opfer einer Straftat als jüngere. Aber dieser Personenkreis bedarf häufig unserer Aufmerksamkeit, weil die körperlichen und seelischen Folgen oftmals schlimmer sind. Hilfe nach dem Verbrechen ist das eine, ebenso wichtig ist die Vorbeugungsarbeit. Deshalb informieren wir regelmäßig über kriminelle Begehungsweisen und Straftäter, die Senioren im Blickpunkt haben, beispielsweise durch die Wanderausstellung „Weitsicht“ in Zusammenarbeit mit der Polizei.
Wie finden Betroffene zu Ihnen bzw. zum „Weißen Ring“?
Bons Oft sind es die Kollegen der Polizei, die nach einer Anzeigenerstattung auf uns aufmerksam machen. Über Tel. 02104 - 982-1066 kann sich jeder Hilfesuchende bei uns melden, damit wir einen unserer 20 ehrenamtlichen Helfer im Kreis Mettmann zu ihm schicken. Unsere Mitarbeiter treffen sich monatlich, um sich fortzubilden und ihre Erfahrungen auszutauschen. Der Weiße Ring mit seinen Mitarbeitern bietet sowohl Gesprächsangebote, als auch praktische und finanzielle Hilfen.
Seit wann gibt es den „Weißen Ring“?
Bons Der legendäre Aktenzeichen- XY-Fernsehfahnder Eduard Zimmermann gründete den Verein vor 32 Jahren. Er hatte bei seiner Arbeit festgestellt, dass in unserer Gesellschaft für Täter vielfältige Hilfsmöglichkeiten bestehen, die Opfer dagegen oft allein gelassen werden. Der in Mainz ansässige Verein koordiniert die unterschiedlichen Hilfsangebote, vom juristischen Beistand bis zum Ersatz von Sachschäden, auf denen die Opfer „sitzen bleiben“, weil Täter nicht habhaft gemacht oder zur Verantwortung gezogen werden können.
Wie finanziert sich die Arbeit des Weißen Rings?
Bons Überwiegend aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Im Kreis Mettmann haben wir über 400 Mitglieder, die monatlich ab 2,50 Euro zahlen. Für Ehepaare oder Jugendliche ist der Beitrag günstiger.
Ältere Menschen zu betrügen ist besonders gemein. Wir können unsere alten Angehörigen und Bekannten nicht pausenlos schützen, aber wir müssten ihnen noch mehr helfen, die Risiken zu mindern. Beispiel: Es ist oft sinnvoll, den Eintrag ins Telefonverzeichnis zu verändern, um Spitzbuben keine unnötigen Hinweise wie Vornamen oder vollständige Adresse zu geben. Das Ändern dieser Eintragungen ist mühsam und dauert; vermutlich sind Senioren im Umgang mit diesen Adress- oder Telefonbuch-Verlagen überfordert. Dabei kann zum Beispiel konkrete Hilfe in Familie und Freundeskreis ansetzen. mmo
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum