Monheim: Auf dem Sprung zum Rekord
zuletzt aktualisiert: 02.09.2006Düsseldorf (RPO). Michael Mann (27) aus Monheim drängt mit einem waghalsigen Vorhaben ins Guinness-Buch. Der Stuntman wird sich von einem Kran mit dem Bungee-Seil, das er mit bloßen Händen hält, in die Tiefe stürzen.
Mit einem waghalsigen Vorhaben will der Monheimer Michael Mann (27) einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde bekommen. In der von Oliver Geissen am 9. September moderierten Live-Fernsesendung auf RTL wird er sich mit dem Bungee-Seil von einem Kran in die Tiefe stürzen. Das Besondere: Er hält das Seil mit bloßen Händen fest und springt am Tiefpunkt ab. Mit dem als Stuntman arbeitenden Monheimer sprach RP-Redakteur Stephan Meisel.
Spielen Sie in Köln-Ossendorf am 9. September vor dem Millionenpublikum an den Bildschirmen mit Ihrem Leben?
Mann Wenn es schief geht, schon. Aber das wird nicht passieren. Als Stuntman habe ich genügend Erfahrung, um das Risiko einschätzen zu können. Ich werde das schaffen.
Wie wird Ihr Rekordversuch ablaufen?
Mann Ich werde mich von einem Kran aus 50 Meter Höhe in die Tiefe stürzen. Das Seil halte ich mit den Händen fest und muss wenige Meter über einer dünnen Sumomatte abspringen. Die Sprunghöhe wird dann im Guinessbuch eingetragen.
Der Bruchteil einer Sekunde wird da den Ausschlag geben. Alles eine Sache der Kraft und Reaktionsfähigkeit?
Mann Nicht nur. Es gibt weitere Komponenten, die eine Rolle spielen, zum Beispiel die Luftfeuchtigkeit und die damit verbundene Dehnfähigkeit des Seils. Es wird keine reine Einzelleistung von mir sein. Ein ganzes Team steht hinter diesem Rekordversuch. Die Jungs die das Bungeeseil bedienen, müssen alle Komponenten im Auge haben, um mich auf die richtige Höhe zu bringen. Die haben mein Leben auch in der Hand. Zu tief oder zu hoch – das bedeutet: autsch.
Sie sind von Beruf Stuntman. Gehört solch ein Sprung zu Ihrem Repertoire?
Mann In dieser Art nicht. Wenn ich aus 15 bis 20 Meter Höhe in die Tiefe springe, dann lande ich auf Luftkissen oder Kartons. Wie zum Beispiel in Szenen für die Fernsehsendungen „Verbotene Liebe“ oder „Die Wache“.
Warum wird jemand Stuntman? Haben Sie schon als Kind Ihre Eltern als Draufgänger mit stets blutigen Knien geschockt?
Mann Nein, überhaupt nicht. Ich war immer sehr sportlich und wollte auch einen entsprechenden Beruf ergreifen. Eine Ausbildung zum Sportlehrer schied aus, weil ich vor allem selber aktiv sein möchte. Und zum Profisportler schaffen es ja nur die Wenigsten. Mit 18 Jahren kam ich auf die Idee, Stuntman zu werden und habe meinen Entschluss bislang nicht bereut. Mir ist auch noch nie etwas passiert – von leichten Prellungen abgesehen.
Wie wurden Sie ausgebildet?
Mann Es gibt für unseren Beruf keine festen Regeln. Am besten ist es, immer wieder von erfahrenen Kollegen Techniken abzuschauen und sie zu üben. So wie der Vater dem Sohn bestimmte Dinge beibringt. Das in anderen Berufen übliche „Learning by Doing“ ist in unserer Branche natürlich nur bedingt möglich, weil es ja fatale Folgen haben könnte...
In was für Szenen haben Sie Fernseh- oder Kinozuschauer schon gesehen?
Mann Das ist ein breites Feld. Zum Beispiel bin ich in der Sendung „Notruf“ als Motorradfahrer über die Leitplanke geflogen und als angefahrener Fußgänger über ein Auto. In dem deutsch-französisch-luxemburgischen Kinofilm „Brudermord“ habe ich gebrannt.
Was reizt Sie, jetzt bei der Guinness-Show mitzumachen?
Mann Es hat für mich schon einen ideellen Wert, mit einem Rekord im Guinness-Buch eingetragen zu werden.
Sind Sie gebürtiger Monheimer?
Mann Nein. Ich bin 1999 wegen der Nähe zur Filmstadt Köln aus Karlsruhe hierher gezogen. Geboren wurde ich in Frankreich, wo ich auch meine ersten Lebensjahre verbracht habe.
Haben Sie in Monheim eine Familie, die mit Ihnen bangt?
Mann Nein, ich bin ledig - und Single.
Info „Guinness-World-Records – die größten Weltrekorde; 9. September, 20.15 Uhr, RTL.
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