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Langenfeld: Aufklären über Demenz

VON STEPHAN MEISEL - zuletzt aktualisiert: 03.09.2010

Düsseldorf (RPO). Am Beispiel von Inge und Helmut Hoyer schildert die Rheinische Post in drei Folgen, wie die Alzheimer-Krankheit das Leben von Patienten und Angehörigen verändert. Zum Serienauftakt geht es heute um die ersten Anzeichen.

Helmut Hoyer will mit seinem Bericht anderen Angehörigen helfen.  Foto: privat
Helmut Hoyer will mit seinem Bericht anderen Angehörigen helfen. Foto: privat

Es war im Frühjahr 1998, als Helmut Hoyer (68) eine Bemerkung seiner gleichaltrigen Ehefrau arg verwunderte. Zehn Tage verbrachte der Maschinenbautechniker damals wegen einer Leistenoperation im Krankenhaus, doch Inge Hoyer habe dies "gar nicht registriert", erinnert sich der ehemalige Ratsherr im Gespräch mit der RP. "Als Bekannte sie damals fragten, ob mir etwas fehlte, sagte sie nur: ,Nö, eigentlich nicht!'" Was er seinerzeit nicht einordnen konnte, ist heute für ihn rückblickend das erste Anzeichen einer Krankheit, die das Leben der Eheleute vollkommen durcheinander gebracht hat: Demenz – der geistige Verfall.

Selber nicht völlig aufopfern

Helmut Hoyer versucht nach Kräften, seiner mittlerweile stark pflegebedürftigen Frau ein würdevolles Leben zu ermöglichen, ohne sich aber selber bis zur Erschöpfung aufzuopfern. "Damit wäre niemandem geholfen!" Weil der Immigrather dazu beitragen will, andere Angehörige von Demenzkranken zu informieren und zu unterstützen, hat er an einem vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) produzierten Filmratgeber mitgewirkt (siehe Infokasten). In drei Folgen schildert die RP von heute an, wie die Hoyers mit der Alzheimer-Krankheit leben und lässt bei der Beschreibung der drei Verlaufsstadien ("Erste Anzeichen"; "Persönlichkeitsveränderungen"; "Fortgeschrittener Verfall") auch Mediziner zu Wort kommen.

Info

DVD-Box und Kino

Drei DVDs und eine CD-ROM umfasst der im Auftrag des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) erstellte und für 19,90 Euro erhältliche Demenz-Filmratgeber für Angehörige. Dazu gehören ein Spielfilm "Eines Tages" (97 Minuten; mit Horst Janson, Annekathrin Bürger und Heinrich Schafmeister) sowie zwei Themenfilme mit zahlreichen Interviews von Angehörigen (u.a. Helmut Hoyer) und Fachleuten.

"Eines Tages" wird übrigens am 16. September gratis im Langenfelder Rex-Kino (Hauptstraße 122) aufgeführt.

www.einestages.lvr.de

"Die ersten Anzeichen von Demenz sind nicht leicht zu erkennen", sagt Hartmut Belitz, ärztlicher Direktor der Langenfelder LVR-Klinik. Über das Vergessen von Namen ("Das kennen wir wohl alle von uns selber!") hinaus sei es ein Hinweis, "wenn jemand plötzlich liebgewordene Interessen vernachlässigt oder den gewohnten Schwung verliert. So etwas fällt eher der Umgebung oder dem Partner auf als einem selber." Auch wenn die Konzentration erkennbar nachlasse "und Betroffene sich vor der zuvor geliebten Lektüre dicker Bücher oder langer Zeitungsartikel scheuen", ist dies für Belitz ein Warnzeichen, das nicht vorschnell als Alterserscheinung abgetan werden dürfe. Gleiches gelte für die überzogene Vergesslichkeit von Namen in einer vertrauten Gruppe sowie Verhaltensauffälligkeiten in ungewohnter Umgebung wie etwa einem Urlaubshotel".

Jüngster Demenz-Patient war 47

Belitz bezeichnet es als "überaus wichtig", Demenz so früh wie möglich zu erkennen, um den Verfall abzumildern. Erste Anlaufstelle sei der Hausarzt, der Auffälligkeiten bei den Gedächtnisleistungen seiner Patienten mit einfachen Tests abklären könne. Zwar seien in erster Linie Senioren dement, doch hatte Belitz als jüngsten Demenzkranken nach eigenen Angaben auch schon einen 47-Jährigen behandelt.

Die ärztliche Diagnose Demenz war 1999 für Inge Hoyer ein Schock, sagt ihr Ehemann. "Sie hat tagelang geweint, und auch ich war wie vom Hammer getroffen. Meine Frau war doch erst 57. Da rechnet man mit so etwas nicht." (Wird fortgesetzt)

frage des tages

Quelle: RP

 
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