Monheim: „Frage der Organisation“
zuletzt aktualisiert: 15.02.2008Düsseldorf (RPO). Wo Turbo-Abi auf Bremsklötze stößt
Miriam (18) und Daniel (19), die gerade eine Freistunde im „Atomic-Café“ des Otto-Hahn-Gymnasiums überbrücken, indem sie für die nächste Abi-Klausur lernen, sind ganz froh, dass sie noch 13 Schuljahre hatten. „Die Kleinen werden doch jetzt total vollgestopft mit Wissen“, kritisiert Daniel. Und Miriam, die mit dem Angebot (zu Selbstkostenpreisen) des ehrenamtlich betriebenen Cafés bislang zufrieden ist, bezweifelt, dass das bei zunehmendem Nachmittagsunterricht ausreicht: „Wir haben einige Schüler aus Baumberg und Hitdorf – für die wäre eine Mensa sinnvoller, als in einer Stunde Mittagspause mit dem Bus nach Hause zu hecheln.“ Immerhin gibt es am OHG – wie auch am KAG – die Möglichkeit, mitgebrachtes Essen in der Mikrowelle aufzuwärmen.
„Hoch gekocht“ wird dagegen aus Sicht von Schulleiter Dr. Hagen Bastian die Aufregung ums „Turbo-Abi“. Worauf sich das Schulministerium jetzt mit Direktorenvereinigungen, Philologenverband und der Landeselternschaft der Gymnasien geeinigt hat – weniger Hausaufgaben, zurück gefahrene Kern-Lernpläne, für die Kleinen nur einmal Nachmittagsunterricht –, werde am OHG seit Jahren praktiziert: „Nur eine Frage der Organisation.“
Spätestens, wenn ab August der Nachmittagsunterricht am KAG ausgeweitet wird, muss eine Alternative zum Brötchen-Laster her. Den Begriff „Mensa“ vermeidet der Schulleiter: „Das hat was von Abfüttern.“ Claas bevorzugt einen Multifunktions-Raum, der zugleich sozialer Treffpunkt ist – wie etwa das „Atomic-Café“ am OHG. In Monheim stößt das „Turbo-Abi“ nach acht Gymnasialjahren (G 8) auf Kritik: „In Vorstellungsgesprächen werden sich die Arbeitgeber wundern, warum die Schulabgänger von keinem Hobby berichten“, wagt OHG-Abiturientin Jana einen Blick in die Zukunft der G-8-Schüler. „Wie denn auch, wenn sie den ganzen Tag in der Schule sind und lernen müssen .“ – „Wir können nicht alles“, bringt der KAG-Leiter den Frust von Kindern und Kollegen auf den Punkt: Pisa gerecht werden, die zentralen Lernstandserhebungen und das Zentral-Abi meistern, das alles in nur zwölf Schuljahren und dann womöglich ohne Vertiefung durch Hausaufgaben – „wie soll das gehen ?“. stm
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