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Langenfeld: „Ohne Internet und EDV geht nichts“

zuletzt aktualisiert: 26.06.2007

Düsseldorf (RPO). Interview Nach 27 Jahren verlässt Kristina Tödt die Langenfelder Stadtbibliothek.

Nach 35 Berufsjahren, davon 27 Jahre als Leiterin der Langenfelder Stadtbibliothek, beginnt Kristina Tödt (61), am Wochenende den passiven Teil ihrer Altersteilzeit. Unser Mitarbeiter Martin Mönikes sprach mit ihr, nicht nur über die Zeit in Langenfeld.

Wie hat sich der Beruf der Bibliothekarin verändert?

Tödt Kaum ein anderes Berufsbild ist in den letzten Jahren so enorm durch EDV, Internet und elektronische Kommunikation beeinflusst worden. Als ich 1980 in Langenfeld begann – damals noch im Freiherr-vom-Stein-Haus – war jedes Buch, jeder Leser noch eine „Karteikarte“, die mit Hand sortiert wurde. Ohne elektronische Hilfsmittel geht heute nichts mehr. Das bedeutet, wir müssen unseren Nutzern den Gebrauch der neuen Technik nahe bringen. Nur so können sie selbstständig Informationen und die gesuchte Literatur finden. Es geht im Internet immer um die Frage „Wie wird sinnvoll gesucht?“ Inzwischen ist die Aufgabe wieder etwas einfacher, weil viele Nutzer auch privat oder im Beruf mit dem PC umgehen (müssen).

Was bleibt Ihnen in besonders guter Erinnerung?

Tödt Der 1989 beendete Neubau der Bücherei. Es machte große Freude, in enger Zusammenarbeit mit Stadtbaurat und Hochbauamt eigene Gestaltungsideen einzubringen. So entstand zum Beispiel das zur besonderen Atmosphäre der Bücherei beitragende Zwischengeschoss im ursprünglich nur zweigeschossig geplanten Bau.

Fühlten Sie sich in Ihrer Amtszeit von Rat und Verwaltung genügend unterstützt?

Tödt Grundsätzlich ja; auch die jetzt zur Renovierung bereitgestellten Mittel von 200 000 Euro zeigen, dass die Wichtigkeit dieser (bestbesuchten) städtischen Kultur- und Bildungseinrichtung im Rathaus gewürdigt wird. Alles, was realistisch machbar war, haben wir auch umsetzen können. Dass Bibliotheksbelange im alltäglichen Verwaltungsdenken immer noch ein wenig „exotisch“ wirken, habe ich nicht völlig ausräumen können.

Womit beschäftigen Sie sich in Zukunft? Was werden Sie lesen?

Tödt Entgegen landläufiger Meinung kommt eine Bibliotheksleiterin im Dienst kaum zum Lesen. Ich freue mich, jetzt mehr Zeit für französische und englische Gesellschaftsromae und Literatur zu sozial- und gesellschaftspolitischen Themen zu finden. Mit Gartenarbeit und leichten sportlichen Aktivitäten werde ich versuchen, mich körperlich fit zu halten.

Quelle: RP

 
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