Langenfeld: Bewährungsprobe bestanden
VON VIOLA GRÄFENSTEIN - zuletzt aktualisiert: 10.08.2009 - 10:52Rötlich und graue Pflastersteine schmücken den umgestalteten Reusrather Platz nahe der Kirche St. Barbara. Acht kleine Platanen sind zu einem Rechteck in der Mitte des Platzes angeordnet, darunter laden seit wenigen Tagen Bänke aus Stein zum Verweilen ein.
An diesem Wochenende war der neue Blickfang im Kirmestrubel kaum zu sehen. Denn ringsherum säumten das Festzelt und der Schießstand der St. Sebastianus-Schützenbrüderschaft, eine Schießbude, ein Bratwurststand sowie verschiedene Fahrgeschäfte den Platz. Beim heute endenden Schützenfest bestand der neue Platz seine Bewährungsprobe.
Auf Stühlen verweilen am Sonntagmorgen die Ehefrauen und Fans der Schützen, die sich zum Ausschießen des Vereinsvogels sowie zum musikalischen Frühschoppen an diesem Morgen versammelt haben. Zufriedene Gesichter blicken umher. Allen Grund gibt es dazu, denn endlich haben die Schützen, aber auch alle anderen Vereine, ihren lang ersehnten schönen Platz zum Feiern. Mehrere Jahre dauerte die Debatte, bis schließlich der Entwurf des Architekten Siegfried Czock verwirklich wurde.
Das amtierende Schützenkönigspaar, Hans-Gerd und Rita Wolff, zeigt sich begeistert. „Der Blick aus dem Festzelt heraus war toll gestern Abend“, meint Hans-Gerd Wolff. „Die Lichtstrahler im Boden und von oben sorgten für eine schöne Atmosphäre. Der Gesamteindruck ist ganz anders als früher.“
Für den ersten Vorsitzenden der Schützenbrüderschaft, Alois Theisen (56), ist das Areal gar zukunftsweisend: „Die Stadt lebt auch von den Außenbezirken. Der Platz ist eine Bereicherung für die ganze Stadt. Hier lässt es sich feiern. Die Bäume sorgen für ein schönes, südländisches Ambiente, die Ausleuchtung der Bodenscheinwerfer macht das ehemals dunkle Loch richtig heimelig. Unser erstes Fest hier ist ein voller Erfolg“, so Brudermeister Theisen.
Bis Anfang dieses Jahres wurde der Asphaltplatz mit Splitt als Auto-Abstellfläche genutzt. Vollgeschmierte Verteilerkästen, Altglascontainer sowie Gestrüpp waren als Festplatz wenig einladend. Insbesondere der staubige oder bei Regen matschige Schotter machte der Damenwelt zu schaffen: „Alleine für die Schuhe hat sich der Umbau gelohnt. Wir finden es klasse, dass wir keine Schuhe mehr putzen müssen. Wir haben auch keine Steine mehr darin“, erzählt Birgit Schollmeyer, die Karnevalsprinzessin der vergangenen Session. Karnevalistin Dagmar Scherf zeigt sich von einem anderen Detail begeistert: „Endlich kippt der Toilettenwagen nicht mehr. Auf den Steinen hat er einen besseren Halt und man kann sich sicherer fühlen“, lacht sie.
Trotz der 800000 Euro Kosten für die Stadt hat sich auch nach ansicht von Anwohner Frank Lauter (44) der Umbau gelohnt: „Der Platz ist eine Bereicherung für alle und für die Belebung des Ortskerns. Mehr Aktivitäten aller Vereine sowie zum Beispiel ein Weihnachts- oder Bauernmarkt würden die Gemeinschaft sogar noch stärker fördern“, so der Familienvater. Sein Sohn Dennis ist besonders von den Pflastersteinen begeistert: „Zum Rollerfahren oder zum Spielen mit einem ferngesteuerten Auto ist der Platz toll“, meint der Elfjährige.
Anne Rehrmann wohnt gleich um die Ecke. Sie lobt die übersichtliche Anordnung des Platzes. „Hier hat man jetzt einen tollen Überblick und die Möglichkeit, sich unter schattige Bäume zu setzen.“ Nur ihre vier Kinder sind wohl die einzigen, die sich den alten Zustand des Platzes herbeisehnen. „Es ist schade, dass der Schotter weg ist. Ich habe mit meinen Geschwistern hier früher so gerne mit meinem Fahrrad Staub aufgewirbelt und schöne Schotterstaubwolken gemacht“, bedauert die elfjährige Laura.
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