Baumberg: Brand zerstört neue Kita
VON MARTIN MÖNIKES - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010 - 15:57Düsseldorf (RPO). Er sollte ab März die maroden Awo-Kindertagesstätten "Villa Kunterbunt" und "Regenbogen" ersetzen. Doch in der Nacht zu Samstag brannte der Kita-Neubau im Österreichviertel nieder. Menschen kamen nicht zu Schaden.
In der Nacht zu Samstag vernichtete ein Großbrand den fast fertiggestellten neuen, auf acht Gruppen ausgelegten Kindergarten in Baumberg. Am späten Freitagabend hatten gegen 22.30 Uhr mehrere Anwohner im Bereich Linzer Straße und Radstädter Weg die Feuerwehren und die Polizei alarmiert. Minuten später erkannte Werner Opherden, Boss der Monheimer Feuerwehr, dass es sich bei dem gemeldeten "brennenden, leeren Gebäude" um die fast fertige neue Kindertagesstätte an der Linzer Straße handelte (siehe Info). Menschen hielten sich zu diesem Zeitpunkt nicht in dem Gebäude auf.
Großer Stadtalarm
Der Feuerwehrchef gab angesichts des vom Untergeschoss bis zum Dach lichterloh brennenden Gebäudes Stadtalarm. Minuten später bekämpften die Löschzüge aus Monheim und Baumberg mit insgesamt 40 Feuerwehrleuten den Großbrand. Die Ursachen für das Feuer blieben am Wochenende unklar. Eindeutige Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt es bislang keine; die Kriminalpolizei nahm routinemäßig die Ermittlungen auf und sperrte die Gebäuderuine. Noch am Wochenende wurden die ersten Brand-Spezialisten erwartet.
2,4 Millionen Euro
Großprojekt Der durch Brand beschädigte Neubau sollte die 1979 entstandenen alten Bauten "Villa Regenbogen" und "Kunterbunt" ersetzen. Für den Neubau von zwei Tagesstätten mit jeweils vier Gruppen und die Außenanlagen waren 2,4 Millionen Euro veranschlagt. Der größte Teil (1,7 Millionen Euro) sollte aus dem Konjunkturpaket II finanziert werden.
Zuschüsse Zusätzlich waren für den Neubau von U 3-Plätzen Landeszuschüsse in Höhe von zirka 400 000 Euro vorgesehen. Die Awo sollte Rücklagen von 120 000 Euro beisteuern.
"Freitag ist in dem Neubau noch gearbeitet worden", bestätigte Werner Opherden, "schließlich sollte im März Eröffnung sein". Uwe Trost, Leiter des Bereiches Schule und Sport im Monheimer Rathaus, kam in der Nacht mit den Plänen des Neubaus zur Brandstelle, um den Wehrmännern das Erreichen der Brandnester in den Wänden und Decken zu erleichtern. "Wir haben noch nie in einem so großen Holzgebäude einen Brand löschen müssen", beschrieb Werner Opherden die besondere Schwierigkeit des nächtlichen Einsatzes, der erst am Samstagmorgen gegen 9 Uhr zu Ende ging. Mit drei C-Schläuchen von außen und drei C-Schläuchen im Inneren versuchten die Blauröcke den Totalverlust des Gebäudes zu vermeiden. Ein Gutachter wird nun klären müssen, ob die moderne Holzkonstruktion überhaupt noch zu retten ist. "Mindestens aber ein hoher sechsstelliger Schadensbetrag", so lautete Opherdens erste vorsichtige Schätzung. Der gewaltige Einsatz der Feuerwehr erforderte Hilfe von der Erkrather Wache, die Kollegen lieferten mit einem Spezialfahrzeug weitere Atemschutzgeräte an. Die 60 Monheimer Geräte hatten nicht mehr gereicht.
Die Nachricht vom Brand hatte sich am Samstag wie ein Lauffeuer im Ort verbreitet. Auch Michael Nagy, der Architekt des Gebäudes, eilte an die Unglücksstelle und war vom Anblick der schwarzen, verkohlten Reste des Gebäudes erschüttert. "Ich bin sehr traurig", lautete sein Kommentar; an Spekulationen über die Brandursache wollte er sich nicht beteiligen. Beigeordneter Roland Liebermann war ebenfalls schockiert. "Der Neubau war unbedingt erforderlich, und von der Politik im April 2009 einstimmig auf den Weg gebracht, weil er als Ersatz für die als Familienzentrum dienenden, aber in die Jahre gekommenen Awo-Einrichtungen dienen sollte".
Auch der Monheimer Awo-Vorsitzende Rolf Tiemann verschaffte sich einen Überblick. Der Ortsverein Monheim ist allerdings nur mittelbar betroffen, weil der Kindergarten in die Trägerschaft des Awo-Bezirksverbandes übergehen sollte.
Durch Beamte des Fachkommissariat der Kreispolizei aus Mettmann wurden die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen, diese werden aber aufgrund der Komplexität des Brandgeschehens nicht vor Mittwoch zu einem Ergebnis kommen. Der Brandschaden beläuft sich auf einen hohen sechsstelligen Betrag.
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