Baumberg: Brings auf der Bürgerwiese
VON DANIEL HADRYS - zuletzt aktualisiert: 19.05.2008Düsseldorf (RPO). Virtuose Gitarren-Soli, romantische Schunkel-Songs und ganz viel kölsche Lebensart: Mit ihrem von den „Monheimer Jungs“ organisierten Konzert begeisterten die Rock-Musiker aus der Dom-Stadt mehr als 1000 Fans.
Auf der großen Bühne beginnen gerade die Umbauarbeiten für den „Hauptact“ des Abends. Dort steht noch das Equipment von „Mainstream“, den Monheimer Lokalmatadoren. Sie eröffnen an diesem Samstagabend die von den drei „Monheimer Jungs“ Jan-Phillip Hackel, Dominique Hackel und Marcel Tölle ins Leben gerufene „Charity Sommernacht“ zu Gunsten der „Aktion Deutschland hilft“ und des Monheimer Ortsverbandes des Deutschen Kinderschutzbundes auf der Baumberger Bürgerwiese. Doch das altersmäßig gemischte Publikum wartet auf das, was sich hinter dem Vorhang verbirgt. Bis jetzt haben sie Glück, vom grau wolkenverhangenen Himmel kommt noch nichts herunter. Das Bühnenintro läuft und erhöht die Spannung. Der Vorhang fällt, und die ganze Spannung des Publikums entlädt sich in Tanzfreude und Applaus, als das Intro langsam in „Schenk dir mi Hätz“ übergeht.
Die Aktion
„Aktion Deutschland hilft“: Die Aktion ist ein Zusammenschluss mehrerer großer Hilfsorganisationen. Bei Katastrophen und Notsituationen im Ausland sichern sie schnelle Hilfe zu. Ein Teil des Konzerterlöses kommt in einen Katastrophenfond, der bei späteren großen Unglücken im Ausland sofort zur Verfügung stehen soll.
Kein Karnevalsklischee
Trotz der Absperrung vor der Bühne besteht zwischen den Musikern und ihren Fans eine gewisse Intimität. Die kölschen Frohnaturen überbrücken den Abstand durch ihre natürliche, gut gelaunte Art. Dies gefällt auch Marcel Stellbrink und Thomas Schmickler, 20 und 18 Jahre alt. „Bei der Eröffnung des Monbergs im letzten Jahr hat uns die Musik so gefallen, dass wir uns das Ereignis heute nicht entgehen lassen wollten“, erzählen die beiden Schüler. Live fällt jedes Karnevalsklischee von den fünf Kölnern ab. Sie beweisen, mit Stücken wie „Rabenschwarzenacht“ oder „Eifel“, dass sie eine waschechte Rockband sind. Das wird spätestens dann klar, als sie Led Zeppelin und AC/DC zitieren und die virtuosen Soli des Gitarristen Harry Alfter regelrecht Höhepunkte der jeweiligen Songs markieren. Doch Sänger Peter Brings fordert, bei ruhigen Liedern, auch zum Schunkeln auf. Gerade Pärchen nutzen die Gelegenheit, liegen sich zu den romantischen Klängen in den Armen. Spätestens bei den gefühlvollen Soli von Saxophonisten Eike Drück gibt es ein „Bützchen“ vom Partner.
Aber auch die Geschäftsführerin der „Aktion Deutschland Hilft“, Manuela Roßbach, wippt mit ihren Mitarbeiterinnen Arm in Arm zum Takt. „Ich finde es wirklich super von den Monheimer Jungs, dass das Konzert von Anfang an für einen guten Zweck geplant war“, lobt sie die Organisatoren. Auch wenn es bei der einjährigen Planung „Höhen und Tiefen“ gab, wie Jan-Phillip Hackel, einer der „Jungs“, erzählt. „Die Stimmung ist klasse. Die Leute genießen die Musik, obwohl das Wetter besser hätte sein können.“ Das hat ihm auch einige Sorgen bereitet. „In der Woche vor dem Konzert habe ich bestimmt einige Jahre meines Lebens verloren“, flachst er, und bedankt sich für die Hilfe der Monheimer Altstadtfunken und der Mariengarde, die während des Konzertes dafür sorgen, dass die über 1000 Besucher eine „Superjeilezick“ haben.
Es vergehen mehr als zwei Stunden, bis „Brings“ jeden ihrer Hits gespielt haben, und sich nach Zugaben und unter tosendem Beifall verabschieden.
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