Langenfeld: Bürgermeister greift Bahn AG wegen Übergang scharf an
zuletzt aktualisiert: 05.02.2010Düsseldorf (RPO). immigrath (mei) Nach der bereits für morgen angekündigten Schließung des beschrankten Bahnübergangs Leichlinger Straße (die RP berichtete) empört sich Bürgermeister Frank Schneider: "Die Bahn AG stellt uns vor vollendete Tatsachen!" Er wirft dem Unternehmen Kommunikationsunfähigkeit in hohem Maße vor, was die nach seinen Worten "unverschämte Vorgehensweise" bei der Schließung des Bahnübergangs in Immigrath offen belege.
"Mit uns nicht abgestimmt!"
"Nicht genug damit, dass man sich nicht an die Absprachen gehalten hat und nach mehrmonatiger Funkstille einfach Tatsachen geschaffen hat", hadert Schneider in Richtung Bahn AG. Nun werde auch noch öffentlich kundgetan, dass die um vier Tage vorgezogene Schließung des Bahnübergangs bereits am kommenden Samstag "in Abstimmung mit der Stadt umgesetzt" werde. "Mit uns hat niemand von der Bahn etwas abgestimmt!"
Schneider zufolge sei vielmehr bei der letzten Absprache im Oktober 2009 zwischen Stadtverwaltung und Bahn AG vereinbart worden, gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten. Diese solle dafür Sorge tragen, dass die bereits im September 2006 per Planfeststellungsbeschluss und im Oktober 2008 im Stadtrat beschlossene Schließung des Übergangs nur in Verbindung mit einer neuen Verkehrsanbindung des Wohngebiets Kaisersbusch über eine nach Süden verlängerte Industriestraße einher gehen dürfe. Dazu benötige die Stadt Grundstücke, die in Bahnbesitz sind und die seit 2008 mehrfach seitens des Rathauses anzukaufen versucht wurden.
Doch die Immobilienabteilung der Bahn habe die Stadt "bis heute am berühmten langen Arm verhungern lassen", fährt Schneider fort. Eine Kommunikation innerhalb des Unternehmens Bahn hinsichtlich des Zusammenhangs von Schließung und Grundstücksveräußerung habe offenbar nicht stattgefunden. Stattdessen sei das Rathaus mit dem Schreiben vom 21. Januar 2010 mit der Ankündigung der Schließung des Bahnübergangs zum 10. Februar 2010 nach fast dreimonatiger Funkstille vor vollendete Tatsachen gestellt worden.
"Dreiste Behauptung"
"Das Vorziehen der Schließung und die dreiste Behauptung, diese mit uns abgestimmt zu haben", ist für Schneider "das saure Sahnehäubchen auf diesem Meisterwerk der Inkompetenz in Sachen Partnerschaft mit der Kommune". Der Bürgermeister steht nach eigenen Worten in engem Kontakt zu der neu gegründeten "Aktionsgemeinschaft gegen die Schließung des Bahnüberganges Leichlinger Straße". Seine Forderung, die er schriftlich bereits in Richtung Bahn AG formuliert habe: "Nach Abschluss der mit Sicherheit notwendigen Reparaturarbeiten im Bereich des Bahnübergangs soll dieser solange wieder geöffnet werden, bis die verkehrliche Lösung der Anbindung hergestellt ist!"
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