Baumberg: CDU-Kandidat: Nun ein Duell der Jungen
VON JÖRG JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 19.12.2008Düsseldorf (RPO). Überraschung: So lässt sich die Reaktion auf die Nominierung des neuen CDU-Bürgermeister-Kandidaten Tim Brühland (31) zusammenfassen. Der hatte – wie bereits gestern in der RP berichtet – am späten Mittwochabend seine innerparteiliche Rivalin Marion Prondzinsky in einem Herzschlag-Finale mit 43 zu 42 Stimmen hauchdünn geschlagen.
„Ich bin komplett überrascht, weil ich dachte, dass der Arm des stets mit seiner Partei fremdelnden Thomas Dünchheim nicht mehr so weit reicht“, sagt SPD-Herausforderin Ursula Schlößer. Zur langen SPD-Vergangenheit ihres Konterparts meint sie: „Das macht es mir im Wettbewerb zumindest nicht schwerer.“ Besonders spannend ist das Duell für Peto-Bürgermeister-Kandidat Daniel Zimmermann. Beide Kontrahenten sind jung. Das von der CDU gegen den klugen politischen Kopf bislang ins Feld geführte Argument „zu wenig Erfahrung“ dürfte künftig wohl entfallen.
„Parteizugehörigkeit ist keine Religion“, nimmt Zimmermann den kontrovers diskutierten Partei-Übertritt des Wülfrathers in Schutz. Ansonsten gibt er sich sachlich: „Es muss ab sofort um Themen, Ideen und Visionen für Monheim gerungen werden.“ Für Grünen-Fraktionschefin Andrea Stamm ist nun der Ausgang der Bürgermeister-Wahl „komplett offen, auch was die Prozentzahlen im Juni 2009 betrifft.“
Wie geht es weiter?
Bereits am Wochenende will Tim Brühland sich den Monheimern und Baumbergern auf Märkten und an Ständen bekannt machen. Für den Wahlkampf möchte sich der Wülfrather, der in einer Remscheider Kanzlei arbeitet, eine berufliche Auszeit von vier bis sechs Wochen nehmen. „Ich werde auf ganz viele Menschen zugehen.“
Enttäuscht von der Niederlage der Brühland-Herausforderin Marion Prondzinsky sind die Freien Demokraten. Am späten Abend diskutierten sie gestern über die Nominierung eines eigenen Kandidaten. Dass es doch noch eine von manchen CDU-Strategen für möglich gehaltene Unterstützung für Brühland geben könnte, hielt FDP-Sprecherin Helga Blum unmittelbar vor der Sitzung für unwahrscheinlich. „Für mich wäre ein solcher Schwenk schon fast so etwas wie Prostitution.“ Sportlich nahm es gestern Ex-Parteichef Karl-Heinz Göbel, der Prondzinsky vorgeschlagen hatte. „Eine Stimme Mehrheit ist eine Mehrheit. Da bin ich Vollblut-Demokrat.“
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