Monheim: CDU: "Wer hat hier eigentlich wen verraten?"
zuletzt aktualisiert: 10.02.2009Düsseldorf (RPO). Die Kandidatur der abtrünnigen CDU-Frontfrau Marion Prondzinsky als unabhängige Bürgermeister-Kandidatin auf dem Ticket der Liberalen hat am Wochenende sowie gestern die Gemüter bewegt. Dabei wandten sich Sympathisanten der 41-Jährigen gegen eine aus ihrer Sicht allzu einseitige "Verräter"- und "Ypsilanti"-Schelte (RP vom Samstag). "Wenn die eigene Partei eine ihrer beiden Ortsvereinsvorsitzenden mobbt statt auf den Kandidaten-Schild zu hieven und stattdessen lieber einen mehr als erklärungsbedürftigen auswärtigen Anwärter super-kurzfristig ins Rennen schickt, könnte man auch sagen: Eine engagierte CDU-Politikerin aus der ersten Reihe ist von ihrer eigenen Partei ,verraten' worden", so ein Parteimann, der bei der CDU-Versammlung im Dezember für Prondzinsky gestimmt hatte.
Im Übrigen sei gerade der Verweis auf den Wechsel in das Umfeld einer anderen Partei mehr als zweischneidig. Immerhin sei auch Ex-SPD-Mann Tim Brühland erst im August 2008 offiziell in die CDU eingetreten; also just zu einem Zeitpunkt, als klar war, dass ihn die CDU Wülfrath für ein Mandat im dortigen Stadtrat nominieren würde, so die Prondzinsky-Verteidiger, die (noch) ungenannt bleiben wolle. Auch könne man Marion Prondzinsky nicht vorwerfen, dass sie in der absoluten Bergarbeiter- und SPD-Hochburg Kamp-Lintfort 2004 unterlegen sei. "Es war ein Versuch in ihrer Geburtsstadt, also nichts Ehrenrühriges." Dass die abtrünnige Ex-Christdemokraten von ihren Gegnern zudem als "profillos" gescholten würde, sei ebenfalls nicht nachvollziehbar.
"Sie war neben Markus Gronauer und Günter Bosbach eigentlich die Profilierteste", so einer der Anhänger. Im Übrigen sei sie ungeachtet der in der Tat problematischen Art ihres Übertritts bei der Wahl keineswegs chancenlos. Nicht wenige potentielle CDU-Wähler hätten den Satz zum Besten gegeben "Statt Tim Brühland werde ich lieber Daniel Zimmermann wählen – es sei denn Marion Prondzinsky tritt doch noch an..." – Bürgermeister Thomas Dünchheim mahnte im RP-Gespräch diese Anhänger, "nicht deshalb bei uns zu bleiben, weil wir deutlich mehr Ratsmandate zu verteilen haben als beispielsweise eine FDP." Die CDU in Monheim habe nach der zugespitzten Klärung sämtlicher Fronten jetzt die Möglichkeit, "sich an Haupt und Gliedern zu erneuern. Sie sollte diese Chance konsequent nutzen."
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