Monheim: CDU: Zwist um Sportstätten
VON JÖRG JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 01.10.2008Düsseldorf (RPO). Mit einer neuen Vorlage zum umstrittenen Sportstätten-Konzept will Bürgermeister Thomas Dünchheim einen CDU-internen Streit entschärfen. Vor allem Stadtparteichef Gronauer (Baumberg) und Ortsverbands-Chefin Prondzinsky-Kohlmetz hatten die Klingen gekreuzt.
Richtlinien-Kompetenz
In der neuen Vorlage zum Sportstätten-Konzept macht Bürgermeister Dr. Thomas Dünchheim (CDU) nach eigener Einschätzung von seiner „aktuell dringend erforderlichen Richtlinien-Kompetenz Gebrauch“. Es sei an der Zeit, klare Leitlinien zu formulieren. Nicht zuletzt, um die aus seiner Sicht „zu scharf und zu persönlich“ geratene Kontroverse im eigenen Lager zu entschärfen. Dünchheim: „Wenn die CDU glaubt bei der nächsten Wahl seien in Monheim 40 Prozent plus X schon gebucht, dann sollte sie sich nicht täuschen. Wer ein solches Ziel erreichen will, muss endlich mehr miteinander als übereinander reden.“
Baumberg kontra Monheim, Christdemokraten im Norden kontra Christdemokraten im Süden der Stadt. Das auch in einigen Sportvereinen schwer unter Druck geratene, unter Federführung von Sportbüro-Chef André Zierul ausgearbeitete gesamtstädtische Sportstätten-Konzept sorgt für handfeste Irritationen innerhalb der CDU. Auf der einen Seite: Ratsherr, Ex-Parteichef und Boss der Monheimer Sportgemeinschaft (SGM) Karl-Heinz Göbel sowie die CDU-Mitte-Chefin und Vize-Vorsitzende der SGM Marion Prondzinsky-Kohlmetz. Auf der anderen Seite die Baumberg-„Connection“ rund um Stadtparteiboss Markus Gronauer, Baumbergs Parteichef Peter Raabe sowie Michael Laschewski.
Nur, falls finanzierbar
Stein des Anstoßes: eine offizielle, auch gestern Abend noch auf der Internet-Homepage der Gesamtpartei nachlesbare Stellungnahme „der“ Monheimer CDU zu dem ins Gerede gekommenen Konzept. Darin heißt es unter anderem: „Auch der weitere Ausbau des Häck-Stadions ist notwendig aber sicherlich auch nur dann möglich, wenn das Finanzierungskonzept steht. ... Die Ausführung jeder einzelnen Sportstätten-Maßnahme unterliegt dem Finanzierungsvorbehalt und dem Vorbehalt der Haushaltsverträglichkeit.“ Mit Blick auf einen möglichen Verkauf auch des Baumberger Mega-Stadions an der Sandstraße schreiben die Autoren rund um Markus Gronauer: „Bestehende Sportstätten gegen den Willen der dort ansässigen Vereine aufzugeben und ohne Not auch noch Anlagevermögen unserer Stadt zu ,verbrennen’ kann keine Lösung sein. ... Auch den noch recht jungen Sportverein Inter Monheim aus dem Häck-Stadion zu ,verbannen’, damit die zukünftig nach Baumberg auf dem Kielsgraben gehen, ist aus unserer Sicht nicht tragbar. ... Und warum sollen wir die Sportflächen am OHG aufgeben, wenn selbst die Schuldirektion das nicht für notwendig erachtet...“
Für nicht wenige SGM-Aktivisten eine Art Frontal-Angriff. Der Worst-Case (schlechtest denkbare Fall) aus ihrer Sicht: Das aktuell genutzte Jahnstadion wird – ebenso wie die Bezirksanlage an der Bregenzer Straße und weitere Flächen am Otto-Hahn-Gymnasium – verkauft. Dennoch bleibt - wegen unzureichender finanzieller Deckung - der Umbau des Häck-Stadions erst einmal auf Eis. „Für den Breitensport in ganz Monheim eine absolute Zumutung. Leider schließt das Gronauer-Statement auf unserer CDU-Homepage solche Varianten nicht aus“, sagt Prondzinsky-Kohlmetz. In einer E-Mail an Gronauer äußerte die Parteichefin Monheim-Mitte denn auch Unverständnis und Bedauern über den Internet-Beitrag, „... da diese Stellungnahme meiner Auffassung nach nicht der in der Fraktion abgestimmten Richtung entspricht.“
Im RP-Gespräch beruhigte CDU-Boss Gronauer seine vergrätzten Parteifreunde aus der Südhälfte der Stadt: „In einer neuen Vorlage der Verwaltung wird ein Sportstätten-Konzept präsentiert, das auf die zunächst geplante, teure Dreifach-Halle im künftigen Sportzentrum am Kielsgraben verzichtet. Ohne diese Halle ist der Umbau des Häck-Stadions selbst ohne eine Veräußerung des Baumberger Mega-Stadions finanziell jederzeit darstellbar. Ich halte damit den kontroversen Teil der Debatte für erledigt.“
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