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Langenfeld/Monheim: CO: Anlagen vor Ort kontra Leitung

VON JÖRG JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 29.04.2010

Düsseldorf (RPO). Seit drei Jahren ist sie ein Politikum: die Kohlenmonoxid-Leitung des Bayer-Konzerns. Mehr als 100 000 Unterschriften sammelten die Gegner des Projekts. Auch die Mehrheit der örtlichen Politiker ist gegen die Gasröhre. Die Befürworter fürchten dagegen um den Industriestandort NRW.

Beim großen RP Moment Mal in der Aula des Monheimer Gymnasiums hatten in der vergangenen Woche Befürworter und Gegner des Projekts vor rund 350 Zuhörern ihre Standpunkte ausgetauscht. Dr. Tony van Osselaer vom Vorstand der Bayer Material Science (BMS) bekräftigte, für den Konzern gebe es keine Alternative zur Pipeline. Bayer habe bereits einen hohen zweistelligen Millionenbetrag investiert. Durch den Verbund sollten die Standorte am Rhein gestärkt und Arbeitsplätze gesichert werden. Auch die geplante zusätzliche Herstellungsanlage für Kohlenmonoxid in Dormagen mache die Gasleitung nach Krefeld-Uerdingen keinesfalls überflüssig, stellte Werner Breuer (Projektleiter CO-Pipeline) klar. Die Ankündigung, in Dormagen künftig bei der Herstellung der Kunststoffe aus der Polyurethan-Schiene sehr viel mehr CO zu verbrauchen als bislang geplant, hatte bei den Gegnern für Irritationen gesorgt. Zur Erinnerung: Immer wieder hatte der Konzern die umstrittene Gasröhre mit in Dormagen entstehenden, dort nicht benötigten CO-Überschüssen gerechtfertigt. Diese Überschüsse würden in Uerdingen für die dortige Kunststoff-Produktion dringend gebraucht und müssten dorthin geleitet werden. Die neue Forderung der Gegner: Das nun in Dormagen plötzlich dringend benötige CO solle nicht nur dort hergestellt, sondern auch komplett dort verbraucht werden. Eventuelle Lücken bei der CO-Versorgung in Uerdingen könnten wiederum durch eine Modernisierung der dortigen (veralteten) CO-Produktionsstätte ausgeglichen werden. Ein Transport über weite Strecken mitten durch Wohngebiete sei jedenfalls nicht mehr zwingend erforderlich und deshalb auch nicht mehr zu rechtfertigen

Einschätzungen, denen Bayer widersprach. Die Leitung sei auch dann notwendig, wenn anders als in den Ursprungsplanungen angenommen, künftig sehr viel mehr Kohlenmonoxid vor Ort in Dormagen verbraucht und hergestellt werde. Tenor: Überschüsse wird es auch dann geben; ein Verbund mit Uerdingen bleibe nötig, um Kapazitäten jeweils dorthin zu lenken, wo sie gerade gebraucht würden. Auch ein zeitlich befristeter Ausfall einer CO-Produktionsstätte könnte so aufgefangen werden.

"Das ist lebensgefährlich"

Demgegenüber hatten Vertreter der Bürger-Initiativen mit selbst gedrehtem Material die aus ihrer Sicht unabweisbare Serie von Pleiten, Pannen und Nachbesserungen rund um die Pipeline veranschaulicht. Sie warfen Bayer vor, Profit auf Kosten der Bevölkerung zu machen und die Sicherheit zu vernachlässigen. "Die Planung war falsch, die Bauausführung miserabel", so Erich Hennen, technischer Experte der Gegner aus Duisburg. "Wir sprechen Ihnen die Kompetenz ab, so eine Leitung zu betreiben. Das ist lebensgefährlich."

Quelle: RP

 
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