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Langenfeld: CO-Pipeline: Szenarien zum Gasaustritt

VON JOACHIM PREUSS - zuletzt aktualisiert: 27.04.2010

Düsseldorf (RPO). Bayer hält weiter am umstrittenen CO-Pipeline-Projekt fest. Man rechne etwa zum Jahreswechsel, wenn alle Gutachten fertig seien, mit der Eröffnung des Hauptverfahrens vor dem Verwaltungsgericht, sagte am Montag Werner Breuer, Projektleiter von Bayer Material Science (BMS).

Projektleiter Werner Breuer an der Absperrstation.   Foto: RPO
Projektleiter Werner Breuer an der Absperrstation. Foto: RPO

Man sei zuversichtlich, die Genehmigung zur Inbetriebnahme zu bekommen. Am Lintorfer Weg in Ratingen-Breitscheid stellte er eine der insgesamt fünf Absperrstationen auf der 67 Kilometer langen Trasse zwischen Dormagen und Uerdingen vor.

Diese Stationen – eine davon steht in Langenfeld – seien Teil des Sicherheitskonzeptes. Breuer bemühte sich, die gesamte Pipeline als möglichst sicher darzustellen.

Ein Kugelventil, so Breuer, befinde sich im CO-Rohr in etwa 1,40 Meter Tiefe. Oben rage nur die Mechanik heraus: In einem kompass-ähnlichen Gehäuse zeigt ein Dreieck an, ob es auf oder zu ist: Gestern war es geöffnet – trockene Luft sorgt im Innern des Rohres dafür, dass es nicht rostet. Die Anlage ist durch zwei massive T-Träger als Rammschutz gesichert.

"Selbst wenn jemand die Aufbauten absägt, bliebe nur eine zwei Millimeter große Undichtigkeit", so Breuer. Das würde sofort bemerkt: Ein Umgebungssensor misst die Außenluft, zusätzlich würde ein Druckabfall sofort Alarm auslösen. Das Ventil kann elektrisch per Fernsteuerung aus der Leitstelle in Uerdingen oder auch vor Ort per Hand bedient werden, falls mal ein Leck auftreten sollte.

Bis zu fünf Tonnen

Etwa drei bis fünf Tonnen CO-Gas befinden sich in den Abschnitten zwischen den Schieberstationen. In einem theoretisch durchgespielten Worst-Case-Szenario (schlimmster Unfall) wurde ein 54 Millimeter großes Loch mit bis zu fünf Tonnen Gasaustritt angenommen: Das habe eine Gaswolke in Form einer "Keule" von 800 Metern zur Folge.

CO-Gas sei etwas leichter als Luft und vermische sich sofort, so Breuer. Gemeinsam mit der Bezirksregierung, der Werksfeuerwehr und den örtlichen Feuerwehren arbeite man an einem Alarm- und Gefahrenabwehrplan, so Breuer.

Sollten die Wehren zusätzliches Material, wie beispielsweise spezielle Atemschutzgeräte, benötigen, werde man sie "unterstützen". Um in CO-Gas arbeiten zu können, gebe es neuartige Masken mit einem Filter: Das ermögliche Einsatzzeiten bis zu einer Stunde. Die üblichen Pressluftatemgeräte der Feuerwehr reichen nur bis etwa 20 Minuten. Einmal im Jahr seien Übungen mit den örtlichen Feuerwehren geplant.

Die Werksfeuerwehr rüste zwei Fahrzeuge speziell für die CO-Pipeline um. In jeder Schieberstation gibt es Temperatur- und Druckmessgeräte: Sie sollen eine sofortige Lokalisierung einer Leckage bis auf 600 Meter Genauigkeit ermöglichen. Möglich mache dies ein parallel laufendes mathematisches Rechenmodell, so Breuer: Denn der Druck an der Einspeiseseite in Dormagen ist etwas größer als in Uerdingen.

Zusätzlich saugt ein "Schnüffelschlauch" über dem Rohr Gase an. Es sei sogar so empfindlich, dass es den Geruch toter Maulwürfe anzeige, so Dr. Jens Heinrich von Bayer. Der Schlauch arbeite "metergenau", sagte Breuer. Allerdings arbeite er langsam: Alle zwölf Stunden werde er leergesaugt, dann erst würden Leckagen erkannt.

Die Elektrik der Schieberstationen ist in Containern untergebracht: Eine Batterie-Einheit mit Wechselrichter gewährleiste sechs Stunden Notbetrieb, wenn das Stromnetz ausfallen sollte, so Heinrich.

Quelle: RP

 
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