Kommentar: "Das soziale Engagement ist geblieben"
zuletzt aktualisiert: 03.08.2009Düsseldorf (RPO). Beigeschmack
Rund ein Viertel aller Monheimer lebt in LEG-Wohnungen. Der Frust dieser Menschen ist verständlich. Zwar betont die LEG stets, dass es sich bei den Erhöhungen um einen "normalen markttechnischen Vorgang" handelt, der nichts mit dem Gesellschafterwechsel zu tun hat.
Trotzdem bleibt aus Sicht der Betroffenen ein fader Beigeschmack. Das Berliner Viertel bietet seit Jahrzehnten für die Geringverdiener im Stadtgebiet eine Möglichkeit, günstig zu wohnen. Inzwischen müssen viele Anwohner allerdings zusätzlich Wohngeld in Anspruch nehmen, um ihre Mieten weiter bezahlen zu können. Die Rechnung für die neue Preispolitik zahlt in einigen Fällen also der Steuerzahler. Deswegen könnte sich der Verkauf der Wohnungen langfristig doch noch als Minusgeschäft für Land und Kommunen entpuppen. dora
MONHEIM Vor etwas mehr als einem Jahr hat die Landesregierung die LEG an Immobilienfonds verkauft. Dabei haben sich die neuen Investoren verpflichtet, eine vorher vereinbarte Sozialcharta zum Schutz der Mieterrechte einzuhalten. RP-Mitarbeiter Dorian Audersch sprach darüber mit LEG-Sprecher Jens Schönhorst.
Herr Schönhorst, die Mieten der LEG Wohnungen wurden nach dem Verkauf teils deutlich erhöht. Können sie den Unmut der Mieter verstehen?
Schönhorst Mietanpassungen gehören zum notwendigen Geschäft von Immobilieneigentümern und sind ein ganz normaler Vorgang. Die Erhöhungen ergeben sich dabei aus den entsprechenden mietrechtlichen Regelungen, die selbstverständlich eingehalten werden. Das lokale Marktumfeld und der Ausstattungsstandard der Wohnungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Darüber hinaus ist der Wohnungsbestand der LEG zu über 50 Prozent öffentlich gefördert und unterliegt somit den rechtlichen Vorgaben zur Berechnung der Kostenmiete.
Trotzdem wird weniger Geld für Instandhaltung und Sanierung ausgegeben...
Schönhorst Die LEG investiert kontinuierlich in die Instandhaltung und in verschiedene Modernisierungsmaßnahmen. Gemäß der Sozialcharta geben wir durchschnittlich mindestens 12,50 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche pro Jahr für einen Zeitraum von zehn Jahren aus. Mit dieser durchschnittlichen Investitionssumme liegt die LEG im Vergleich mit anderen großen Wohnungsunternehmen im oberen Drittel der Ausgaben in diesem Bereich.
Was wird aus den sozialen Projekten der LEG in Monheim?
Schönhorst Alle finanziellen Zuwendungen seitens der LEG für die soziale Mieterbetreuung und die persönliche Betreuung vor Ort sind gleich geblieben. Dies ist unser stärkstes Alleinstellungsmerkmal. Das Event- und Ferienprogramm mit weit mehr als 100 lokalen Veranstaltungen im Jahr kommt regelmäßig den Kindern und Jugendlichen im Berliner Viertel zugute. Zudem gehört die LEG auch in diesem Jahr zu den Sponsoren des Mondscheinkinos. In diesem Bereich hat es keinerlei Änderungen seit dem Gesellschafterwechsel gegeben.
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