Monheim: Das Sportplatz-Patt
VON JÖRG JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 05.12.2008Düsseldorf (RPO). Nach dem lebhaften „RP Moment Mal“ im Schelmenturm zum Sportstätten-Konzept kreuzten die Parteien im Ratssaal die Klingen. SPD, Peto und Grüne legten neue Zahlen zu den Kosten ihrer Variante vor.
Noch elf Tage: Dann werden ein Krankheitsfall oder aber die Stimme von Bürgermeister Dr. Thomas Dünchheim (CDU) im Stadtrat über das Monheimer Sportstättenkonzept entscheiden. 20 Stimmen von CDU und FDP stehen 20 Stimmen von SPD, Peto und Grünen gegenüber. Hinter dem Patt verbergen sich zwei grundverschiedene Konzepte über die Zukunft der Sportplätze, Hallen und Spielstätten in Monheim und Baumberg.
Bereits bei der großen Podiumsdiskussion „RP Moment Mal“ im Schelmenturm war am Montag klar geworden: Ein Brückenbau ist nicht mehr möglich. „Wir werden im Dezember entscheiden und wenn es mit einer Stimme Mehrheit ist“, hatte Marion Prondzinsky-Kohlmetz (CDU) gegen Ende der Veranstaltung kämpferisch ins Mikrofon gerufen.
Rheinstadion
Der Haupt-Unterschied zwischen den Konzepten ist der von CDU und FDP geplante Verkauf des Jahnstadions, den SPD, Grüne und Peto ablehnen. Mit dem Erlös von 4,1 Millionen Euro wollen die Bürgerlichen das Heinrich-Häck-Stadion in eine ordentliche Leichtathletik-Arena (Kosten: rund 2,5 Millionen Euro) verwandeln sowie einen zusätzlichen Platz am Rheinstadion (auch für Inter Monheim nutzbar) schaffen. Die neue Dreier-Koalition will am Rheinstadion erst einmal den Status-Quo erhalten. Auch wegen einer noch ausstehenden Altlasten-Sanierung.
Entsprechend kontrovers verlief die Debatte im Sportausschuss am Mittwochabend.
Zentral/Dezentral Während SPD, Peto und Grüne möglichst viele Sportplätze in den Stadtvierteln erhalten und diese zeitnah sanieren wollen, streben CDU und FDP eine Konzentration auf drei Hauptzentren an. (Sandstraße-Kielsgraben; Rheinstadion; Häckstadion). „Ein ernsthaftes Problem mit Entfernungen gibt es in Monheim nicht. Lieber drei hochwertige Sportzentren mit Top-Ausstattung als eine halbherzige Flickschusterei, die am Ende niemandem wirklich nützt und die darüberhinaus nicht finanzierbar ist“, begründete Karl Heinz Göbel, sportpolitischer Sprecher der CDU, die Position der Bürgerlichen.
Seine große Sorge: Ein nach den Plänen von SPD, Peto und Grünen aufwändig saniertes Jahnstadion wird – gerade weil es attraktiver und damit frequentierter ist – von vermeintlich Lärm geplagten Anwohnern torpediert. „Am Ende bleiben stark eingeschränkte Zeiten und unnütz verpulvertes Geld.“ Das sahen die politischen Gegner von CDU und FDP komplett anders. „Wir wollen sämtliche Vereine – nicht nur die vier größten –, sämtliche Bevölkerungsgruppen in sämtlichen Stadtteilen mit sämtlichen Sportarten bedienen. Dazu ist ein dezentral ausgerichtetes umfassendes Sanierungskonzept für alle existierenden Sportstätten genau das Mittel der Wahl“, beschrieb Werner Goller (SPD) das Kernargument der neuen Dreier-Koalition im Stadtrat.
Finanzierung Mit einer beim „RP Moment Mal“ bereits angekündigten, am Mittwoch präsentierten Tischvorlage versuchte Florian Große Allermann (Peto) den Antrag der Dreier-Koalition zu untermauern. Seine Kernthese: Wer das Sportstättenkonzept nach den Spielregeln der Neuen Kommunalen Finanzverwaltung (NKF) bilanziert, kann für die Umwidmung des Jahnstadions in Bauland nicht einfach 4,1 Millionen Euro auf der Haben-Seite verbuchen. „Das sind erst einmal nur Erlöse, die in die Kasse kommen.“ Gegenzurechnen seien jedoch die Verluste im Anlagevermögen der Stadt.
Fazit: Auf einen 15-Jahres-Zeitraum bezogen schone das Sanierungskonzept die städtischen Kassen mehr als die Verkaufspläne der Bürgerlichen. Argumente, die CDU-Ratsherr Peter Werner nicht überzeugen konnten. „Ich frage mich, warum sie ihr Zahlenwerk erst in der Sitzung präsentieren. Sollten wir keine Gelegenheit haben, es auf seine Belastbarkeit zu prüfen?“ Die klare Botschaft des Ratsherrn aus Baumberg: „Nur die klare Linie der Bürgerlichen schont die Resourcen der Stadt.“
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