Langenfeld: Degner (BGL) greift Kulturchef Staehler an
zuletzt aktualisiert: 07.08.2008Düsseldorf (RPO). Empört über Bürgermeister Magnus Staehlers Art der Kulturpolitik äußert sich für die BGL-Ratsfraktion deren kulturpolitischer Sprecher Harald Degner. Staehlers Idee, die Wasserburg Haus Graven zu erwerben und in ein Kunstmuseum zu verwandeln, wertet Degner als verspäteten Aprilscherz. Als Kulturchef Langenfelds wolle sich der Bürgermeister, der sich in kaum einmal im zuständigen Fachausschuss sehen lasse, mit viel städtischen Geld ein Denkmal setzten. Dieses Vorhaben werde die BGL auf keinen Fall mittragen, kündigt Degner an.
„Ähnlich hatte sich der Bürgermeister ja schon im letzten Jahr von der CDU-Fraktion den Bau des Schalenschneiderkottens für 360 000 Euro genehmigen lassen“, fährt der BGL-Ratsherr und Kreistagsabgeordnete fort. Aus Protest werde Degner nicht an der feierlichen Eröffnung des Kottens am kommenden Dienstag teilnehmen. „Die BGL hatte von Anfang an klargestellt, dass es wichtigere Projekte in Langenfeld gibt, als Hunderttausende von Euros in einen Schneewittchensarg zu investieren, der dann auch noch an möglichst unauffälliger Stelle platziert wurde.“
Kulturpolitik ist nach Degners Ansicht in Langenfeld keine Politik des Rates mehr, „sondern ein Selbstbedienungsladen des Bürgermeisters, der sich seine Wünsche von der CDU-Fraktion abnicken lässt“. Als Beispiel hierfür wertet Degner auch die 600 000 Euro teure Mack-Skulptur, die von den Tochterunternehmen Stadt-Sparkasse und Stadtwerken zum 60. Geburtstag der Stadt geschenkt wird.
Degner spricht von „Kulturpolitik nach Gutsherrenart“ als Auswuchs der absoluten CDU-Mehrheit im Rat. Abschließend merkt der BGL ironisch an: „Hoffentlich behält die Stadt wenigstens noch so viel Geld übrig, um im nächsten Jahr an der Museumsnacht des Kreises teilnehmen zu können.“ Im vergangenen Jahr seien die Shuttle-Busse an Langenfeld vorbeigefahren, da die Stadt als einzige im Südkreis „aus Gründen der personellen Überlastung“ nicht teilnehmen wollte. Degner: „Wer so viel Geld für Kunst ausgibt, sollte sie wenigstens auch den anderen Mitbürgern des Kreises vorstellen“.
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