Monheim: Den Konfis droht künftig Termin-Stress
VON OLIVER STREUER - zuletzt aktualisiert: 12.01.2009Düsseldorf (RPO). "Bisher waren die Schwierigkeiten noch nicht so dramatisch, dass wir unser Terminsystem ändern mussten, aber ein Trend zeigt sich ganz deutlich: In Zukunft wird es sehr viel schwieriger sein, passende Termine für den Konfirmandenunterricht zu finden." Das sagt einer, der sich auskennt: Peter Ufer (62) ist Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Monheim und begleitet seit nunmehr 35 Jahren Jugendliche auf ihrem Weg zur Konfirmation.
Problem: Ganztag und Turbo-Abi
Wesentlicher Bestandteil der anderthalbjährigen Vorbereitung ist der wöchentliche nachmittägliche Konfirmandenunterricht. Da aufgrund der Schulzeitverkürzung („Turbo-Abi“) und der Ausweitung des Ganztagsbetriebes auch schulischer Unterricht vermehrt am Nachmittag stattfindet, wird es auf absehbare Zeit Probleme geben.
„Auch AGs, Hausaufgaben, Klausurvorbereitung, Sportverein und Musikinstrument müssen noch in den Zeitplan passen“, zählt Christof Bleckmann (44) auf. Der Pfarrer der Martin-Luther-Kirche sieht zwar die Probleme, die auf Geistliche und Jugendliche gleichermaßen zukommen werden, kann aber selbst erstmal beruhigt sein: „Wir in Reusrath bekommen es zum Glück noch ganz gut gebacken.“
Das ist zu einem gewissen Teil sicherlich der Vereinbarung zu verdanken, die zwischen den evangelischen Landeskirchen und dem Schulministerium NRW besteht. Das Konzept ist erschreckend einfach: „Der Kirchliche Unterricht findet am Dienstagnachmittag ab 15 Uhr statt. Die Schulen achten darauf, dass Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, an der Konfirmandenarbeit teilzunehmen“, heißt es dort. Und das funktioniert bislang – nicht nur in Reusrath, sondern auch in Monheim, wie Pfarrer Ufer bestätigt.
Die Umstellung der Schulen auf den Ganztagsbetrieb und die Schulzeitverkürzung befinden sich allerdings gerade erst in der Anlaufphase. Die organisatorischen Probleme können sich in Zukunft noch potenzieren und kreativere Lösungen notwendig machen. Eine davon stellt Peter Ufer jetzt schon vor: „Vielleicht machen wir es wie die Katholiken und teilen den Prozess der religiösen Bekräftigung auf: Im Grundschulalter könnte es eine Art Vorkonfirmation geben und später, wenn die Jugendlichen die Pubertät hinter sich gelassen haben, den eigentlichen Konfi-Unterricht.“
Was zunächst abenteuerlich klingt, hält der Monheimer Geistliche für „die einzig machbare Möglichkeit“. Und der Blick auf die katholische Kirche zeigt: Die Organisation läuft reibungslos. „Der Kommunionsunterricht findet seit eh und je nachmittags um 16 Uhr statt, ohne, dass es damit Probleme gibt. Auch die Ganztagsschulen schicken die Kinder so los, dass sie ihre Gruppe pünktlich erreichen“, versichert Erhard März, Pfarrer an der Baumberger St. Dionysius-Kirche. Die wöchentlichen Gruppenstunden des Firmunterrichtes, so Gemeindeassistentin Angela Mitschke-Burg, lägen ohnehin alle in den Abendstunden. „Wir sehen hier zumindest noch keine Probleme.“
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