Langenfeld: Dialog über Kirchenstrukturen
VON STEPHAN MEISEL - zuletzt aktualisiert: 28.02.2012Langenfeld (RP). Am Samstag steht der erste stadtweite Konvent in der Geschichte der katholischen Kirche Langenfelds an. Themen in der Richrather Schützenhalle sind die pastorale Ausrichtung und sicher auch die Sonntagsmessen.
Wie soll die katholische Kirchengemeinde in zehn Jahren aussehen? Welche Schritte für mögliche Veränderungen müssen jetzt gegangen werden? Und überhaupt: Was ist Langenfelder Katholiken wichtig für ihren persönlichen und den gemeinsamen Glauben?
An diesen drei Fragen richtet sich am Samstag der so genannte Konvent aus, der erstmals in der Geschichte der katholischen Kirche Langenfelds einberufen wird. Bei dieser Zusammenkunft der Großgemeinde St. Josef und Martin in der Richrather Schützenhalle werden Mitglieder aller möglichen Gruppierungen miteinander über die pastorale Ausrichtung diskutieren; auch über Themen mit Zündstoff, wie etwa die aufgrund der neuen Gottesdienstordnung in St. Mariä Himmelfahrt an der Hardt entfallenen traditionellen Sonntagsmessen.
"Wir erhoffen uns einen ganz offenen Dialog", meinte gestern Wilfried Kehr (62) im Gespräch mit der RP. Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats (PGR) gehört zu den Organisatoren des Konvents, bei dem die etwa 170 angemeldeten Teilnehmer in vielen kleinen Gesprächsrunden mit wechselnder Besetzung und ohne Vorgaben diskutieren werden. Kein Thema werde ausgeschlossen, sofern es einen örtlichen Bezug hat. "Den Einen ist vielleicht wichtig, dass es in der Gemeinde mehr persönliche Ansprache oder Hilfe für Arme gibt, während sich manche jüngere Gläubige vielleicht mehr für Events nach Art des Weltjugendtags interessieren." Christliche Jugend- und Seniorenarbeit sollten ebenso zur Sprache kommen wie Sozial- und Umweltfragen beziehungsweise ganz persönlich im Vordergrund stehende Aspekte des Glaubens.
Der Konvent
Wann und wo: Samstag, 3. März, 10 bis 17 Uhr, Richrather Schützenhalle an der Kaiserstraße; mit einleitendem Gottesdienst und abschließender Eucharistiefeier jeweils in der nahen Kirche St. Martin.
Wer: In Langenfeld wohnen etwa 24 000 Katholiken. Am Konvent nehmen etwa 170 von 300 angeschriebenen Katholiken teil, die überwiegend einem der acht Ortsausschüsse und/oder Gruppierungen wie Kirchenchor, Schützenbruderschaft, Frauengemeinschaft, Sozialdienst, Familienzentrum oder Pfadfindern angehören. Zwei erfahrene Mitarbeiter des Erzbistums Köln werden den Konvent moderieren.
27 Tische, drei Gesprächsrunden
Nach Kehrs Angaben werden insgesamt 27 Tische aufgestellt, um die herum jeweils sechs bis acht Frauen und Männer Platz nehmen. "Gemeinsam werden sie über Ziele reden, sowie über Wege und Schritte zu möglichen Veränderungen." Zweimal sollen nach Kehrs Worten die Teilnehmer den Tisch wechseln, so dass sich in insgesamt drei Gesprächsrunden ein vielfältiger Meinungsaustausch ergibt. Und sie sollen ihre Wünsche und Anregungen auf die Tischtücher schreiben, die danach abfotografiert und ins Internet gestellt werden. Die Themen, die im Hinblick auf die pastorale Ausrichtung als besondere Schwerpunkte genannt werden, sollen in den kommenden Monaten in Arbeitsgruppen vertieft und gegebenenfalls in einem Handlungskonzept aufgegriffen werden.
Rolf Kamp vom PGR-Ortsausschuss St. Mariä Himmelfahrt will am Samstag vorrangig die geänderte Gottesdienstordnung ansprechen. "Unsere Forderung nach einer Wiedereinführung der Sonntagsmesse an der Hardt bleibt klar bestehen", sagte der 54-Jährige im Gespräch mit der RP. Der von ihm vor einem Jahr mit angestoßene Protest gegen deren Wegfall sei nur im Hinblick auf den angekündigten Konvent unterbrochen worden. "Wir setzen uns bei einer Änderung aber für ein Gesamt-Langenfelder Modell ein, nicht nur für die Hardt."
Dechant Dr. Jürgen Rentrop gehörte nicht nur der neunköpfigen, aus Pastoralteam und PGR gebildeten Konvent-Planungsgruppe an. Wie er der RP sagte, möchte er nach eigenen Worten bei den Gesprächsrunden "vor allem zuhören, was an den einzelnen Tischen vorgetragen wird". Auch Rentrop betonte die Offenheit und bekundete die Bereitschaft, Anregungen des Konvents und der daran anknüpfenden Arbeitsgruppen Gehör zu schenken.
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