Monheim: Die Kostüm-Könner
VON DAVID SCHNAPKA - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010Düsseldorf (RPO). Übermorgen beginnt der Straßenkarneval. Viel Zeit und Geld stecken manche Jecken in die Vorbereitung der tollen Tage. Vor allem jene, die ihre Kostüme selbst kreieren. 2010 im Trend: Eskimos, Michael Jacksons und viel Rot-Weiß.
Obwohl es in vielen Fachgeschäften ganze Kollektionen von Kostümen zu kaufen gibt, ist Handarbeit bei den Jecken nach wie vor gefragt. Schon Wochen vor Rosenmontag ist der Andrang bei Händlern wie "Karnevalswierts" (Köln) oder Deiters (Opladen) enorm. Kilometerlang liegen dort Stoffe in allen nur erdenklichen Farben aus. Kilogrammweise gehen "goldene Knöpfe" , "Glitzersternchen" und natürlich "Garnrollen" über die Ladentheke. Vieles wird heute per Mausklick bestellt. Der letzte Schrei: "Eskimo" , in Anlehnung an das diesjährige Schneechaos. Aber auch "Michael Jackson" , die "50er" und selbstverständlich "Clowns" erfreuen sich großer Beliebtheit. Und wie siehts bei den Monheimer Karnevalsvereinen in der laufenden Session aus? Die Kostümauswahl bleibt bei den meisten bis zum "großen Tag" ein gut gehütetes Geheimnis. "So vielfältig wie die Vereine sind auch die Kostüme", weiß Klaus Conzendorf (49), Präsident der Großen Monheimer Karnevalsgesellschaft (Gromoka). Fast alle Vereine nähten ihre Kostüme selbst. "Teilweise beziehen sie sich auf das Motto."
Gromoka
Die Große Monheimer Karnevalsgesellschaft ist mit über 500 Mitgliedern der größte Karnevalsverein in Monheim. Im Jahre 1902 gegründet, gilt er heute als die Mutter aller jecken Vereine. Die Gromoka hat es sich zur Aufgabe gemacht, den traditionellen Karneval zu bewahren.
Das kann Peter Drösser (53) von den "Maatplatzjecken" nur bestätigen: "Es wird, wie jedes Jahr, sehr bunt werden. Themen werden der Monberg, die Bürgermeisterwahl und die Weltmeisterschaft sein, erzählt er. "Die Männer bauen wie immer den Wagen und die Mädels haben sich was Schickes ausgedacht. Sie haben schon im Herbst damit angefangen." Auch für Renate Herringer (63) von den Altstadtfunken ist klar: "Wir kaufen keine Kostüme, sondern machen alles in eigener Handarbeit."
Neue Kreationen
Aber was wäre nur Karneval ohne die "Mode-Expertinnen", den Monheimer Mädchen. Seit über 20 Jahren kennen Zuschauer ihre außergewöhnlichen Kreationen. Mehrfach waren sie schon Pokalgewinnerinnen. "Wir alle investieren vor Karneval viel Zeit und Geld, um unsere Kostüme rechtzeitig fertig zu bekommen. Die Ideen entwickeln wir einfach spontan, entnehmen manches auch aus Zeitschriften oder Filmen", erzählt Sandra Ruess (49). Sie entwirft ein Design für die Verkleidungen. Ihre modischen Fertigkeiten hatte sie in einem Kursus der Volkshochschule perfektioniert. "Unsere Kostüme schneidern wir aus Freude am Karneval, nicht nur, um zu beeindrucken", erzählt die 49-Jährige. "Wenn es einen Trend gibt, dann geht er eher dahin, dass Kostüme immer voluminöser, prächtiger und abstrakter werden. Damit wird allen Zuschauern immer mehr fürs Auge geboten." Annegret Rakow (63) von den Monheimer Mädchen ist diese Entwicklung ebenfalls aufgefallen. Dabei fällt ihr auf, dass klassische Figuren teilweise verfremdet werden "Früher sahen Hexen noch so aus wie wir sie aus Büchern kennen. Alt und schrumpelig. Heute wirken sie fast schon wie Prinzessinnen." Und noch einen Trend hat sie in der Stadt am Alt-Kölsch-Äquator ausgemacht: "Es gibt immer mehr Kostüme mit Köln-Motiven."
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