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Langenfeld: Ein „Kulturpfad“ für den Kotten

zuletzt aktualisiert: 24.04.2008

Düsseldorf (RPO). Es gibt Menschen, die meinen, sie müssten alles, was sie haben und von dem sie glauben, es anderen zeigen zu sollen, in ihrem Wohnzimmer unterbringen. Oft wirken solche Stuben wie eine Asservatenkammer, ein nach Kraut-und-Rüben-Geschmack eingerichteter Raum ohne erkennbare Linie. Diesen Eindruck vermittelt auch Langenfelds Kulturpolitik. Zunächst taucht da ein Kotten aus der Versenkung auf, weil das Gymnasium, in dem er eingemottet war, die Kellerräume für sich selbst beansprucht. Was also tun? Ab in den Volksgarten damit, wo noch ein Plätzchen frei ist. Und wie machen wir die Leute nun auf das 350 000 Euro teure Schätzchen hinter Glas aufmerksam? Durch einen „Kulturpfad“! Und wo soll der langführen, außer am Kotten vorbei? Mal gucken, was wir sonst noch haben: Moderne Kunst, Politiker-Bildnisse, Museen, Veranstaltungsstätten – passt. Ungefähr jedenfalls. Ein zusammenhängendes Thema? Egal! Hauptsache Langenfeld – wir sind uns selbst genug. Eine absurde Stümperei ist das, vor allem wenn man die Alternativen bedenkt: Die erste besteht bereits, ist eine ansehnliche Broschüre des Umweltschutz- und Verschönerungsvereins, nennt sich „Gebaute Geschichte Langenfelds“ und führt uns zu interessanten Baudenkmälern wie Haus Arndt, Gut Langfort oder dem evangelischen Pfarrhaus in Reusrath. Die zweite könnte Kunst im öffentlichen Raum verbinden, wovon die Stadt mehr zu bieten hat, als vielen bewusst ist: von den „Fliehpyramiden der vier Winde“ vorm Amtsgericht (Karl-Ludwig Schmaltz, 1997), über das „Stadtzeichen“ (Otto-Herbert Hajek, 1969/80), „Chaos und Ordnung (Horst Gläsker, 2001) und die Hohlspiegel-„Integration“ (Adolf Luther, 1987/90) in der Stadtmitte bis hin zu den „Schwaadlappe“ (Franz Leinfelder, 2007) am Fuße der Hardt. „Und was wird dann aus mir“, fragt da der Kotten im Auftrag seiner prestigebewussten Mentoren. Wie wär’s mit ein paar Hinweisschildern. gut

Quelle: RP

 
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