Monheim: Ein mega Mack-Werk
VON STEFANIE MERGEHENN - zuletzt aktualisiert: 24.09.2008Düsseldorf (RPO). Der von Heinz Mack gestaltete Konferenzraum in der Beisel-Pyramide an der Opladener Straße könnte nebst Glas-Installation im Atrium ab 2009 als potenzielle neue MEGA-Zentrale für die Öffentlichkeit zugänglich werden.
„Leider ist heute ein eher schattiger Tag“, bedauert Peter Markl, als er seinen Schlüssel ins Schloss der weißen Bürotür steckt. Weiß und unscheinbar bis auf eine Signatur rechts unten: „Mack 90“. Denn der seit Mai (für die in Langenfeld ansässige IMS GmbH) notariell beglaubigte neue Mit-Besitzer des pyramidenförmigen Gebäudes Am Kieswerk / Ecke Opladener Straße verwaltet hinter dieser Tür einen Kunstschatz.
Der 260 Quadratmeter große Raum, der ausschließlich von Tageslicht erhellt wird, wurde 1990 ebenso von Prof. Heinz Mack gestaltet wie die über einem Flusskiesel-Bett hängende Stahl-Glas-Installation im Atrium, in deren bedampften Scheiben sich bei intensivem Lichteinfall die Spektralfarben brechen.
Tagung im Mack-Raum
Der Mack-Raum in der Pyramide am Kieswerk 4 soll bereits am Samstag, 25. Oktober, für die Mitglieder der Projektgruppen des Zielkonzepts 2020 zugänglich gemacht werden.
Dort findet von 10 bis 14 Uhr die von Stadtplanung und Wirtschaftsförderung ausgerichtete Jahrestagung statt, die diesmal den Schwerpunkt Nahverkehr („Stadt der kurzen Wege“) hat.
Wasser, Marmor, Glas, Granit
„Wenn man Innovation vermitteln möchte, dann muss man sie auch leben“, hatte der einstige Besitzer und Bauherr Günther Beisel vor zehn Jahren bei der Präsentation des Mack-Raums in der RP gesagt. So war die von Wasserspielen, Marmor, Glas und Granit ausgehende Kühle des Raums ein Sinnbild für die notwendige hygienische Reinheit seiner auf dem Gesamtgelände ansässigen Easyway AG. Inzwischen musste das biotechnologisch-pharmazeutische Unternehmen Insolvenz anmelden; die letzten Mitarbeiter werden das Gebäude bis Ende Januar 2009 verlassen haben.
Bis dahin möchte die IMS GmbH einen neuen Mieter für das von dem Mönchengladbacher Architekt und Mack-Freund Dr.Ing Horst Schmitges nach Plänen des Zero-Künstlers kreierten Gesamtkunstwerks haben. Unter den vielen Interessenten sind vier ernsthafte Anwärter – darunter der Monheimer Elektrizitäts- und Gasversorger, der bereits seit einiger Zeit einen zentralen Standort zur Zusammenführung seiner Dependancen an Turm-, Edison- und Daimlerstraße sucht. „Wir prüfen derzeit den Standort Am Kieswerk“, bestätigt Mega-Geschäftsführer Udo Jürkenbeck.
Voraussichtlich am 4. November soll der Aufsichtsrat entscheiden. „Für die Mega wäre das das optimale Gebäude“, macht Markl aus seinem Favoriten keinen Hehl. 1198 Quadratmeter Bürofläche, 1174 Quadratmeter Service- und Lagerfläche auf einem 5000 Quadratmeter großen Grundstück kämen der Mega ebenso entgegen wie das von regenerativen Energien geprägte Image des Öko-Hauses.
Der MVV-Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Thomas Dünchheim könnte sich beispielsweise noch eine Photovoltaik-Anlage auf der Pyramide vorstellen: „Denn wer kann so ein Gebäude energetisch besser optimieren als die Mega?“ Letzten Freitag habe er in dieser Angelegenheit mit den Düsseldorfer Stadtwerken als Mega-Teilhaber gesprochen und sei auf positive Resonanz gestoßen, so der Bürgermeister gegenüber der RP.
Schon schwebt ihm vor, im Mack-Raum eine Art Galerie einzurichten. „Wär’ ja schade, wenn das nicht für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden würde“, hofft auch Markl darauf, dass die weiße Tür künftig häufiger offen steht.
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