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Langenfeld/Monheim: Engpass: Finanzamt ist überlastet

VON CHRISTOPH SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 17.03.2010

Düsseldorf (RPO). Auf Wunsch vieler Berufstätiger wurde die Öffnungszeit für den Bürger-Service im für Langenfeld und Monheim zuständigen Finanzamt Hilden geändert. Dienstags helfen dort mindestens vier Mitarbeiter bei allen Fragen rund um die Steuererklärung jetzt von 13.30 bis 17 Uhr; montags bis donnerstags von 7 bis 13 Uhr. Dafür ist das Finanzamt freitags geschlossen; sowohl der Service-Bereich als auch die anderen Stellen. "Wir brauchen die Schließung, um an einem Tag in der Woche mal in Ruhe etwas wegarbeiten zu können", erläutert Amtsvorsteherin Claudia Melchert. Freitags habe es stets die wenigsten Besucher im Finanzamt gegeben. Beim Bürgerservice könnten Steuerpflichtige ihre Erklärung auch sofort abgeben. Davon hätten im Februar bereits über 1000 Kunden Gebrauch gemacht. Elektronisch per Internet mit dem Elster-Programm geben bislang erst 20 Prozent der Steuerpflichtigen ihre Erklärung ab: "Wir würden uns weit mehr wünschen, weil wir dann schon alle Daten erfasst hätten." Nordrhein-Westfalen hat vermutlich für 2,5 Millionen Euro Daten aus der Schweiz über mutmaßliche Steuerhinterzieher gekauft. Daraufhin zeigten sich allein in NRW über 1900 Steuerhinterzieher selber an. Auch im Finanzamt Hilden, bestätigt Melchert. Genaue Zahlen wollte sie nicht nennen. Das Hildener Finanzamt muss auch in diesem Jahr – wie schon in 2008 und 2009 – Mitarbeiter abstellen, die Kollegen in anderen Steuerbehörden entlasten. Aktuell bearbeiten sechs Hildener rund 10  000 Fälle aus dem Finanzamt Köln-Süd. Deshalb seien Verzögerungen bei der Bearbeitung in Hilden nicht auszuschließen: "Die Zahl der Fälle steigt, der einzelne Mitarbeiter muss mehr Arbeit bewältigen." In den vergangenen zehn Jahren habe das Hildener Finanzamt rund 50 Mitarbeiter eingebüßt.

Claudia Melchert (li.) und ihr Stellvertreter Ulrich Franz.   Foto: RPO
Claudia Melchert (li.) und ihr Stellvertreter Ulrich Franz. Foto: RPO

Welche Neuerungen gibt es bei der Steuererklärung 2009? Die Vorsorgeaufwendungen (Krankenversicherung, Haftpflicht, Rentenversicherung) müssen jetzt auf einem eigenen Blatt (Anlage Vorsorgeaufwand) eingetragen werden. Das sollte jeder ausfüllen, denn es mindert die Steuer. Jede Steuererklärung muss unterschrieben werden; jetzt aber nicht mehr auf der ersten Seite, sondern aus Platzgründen am Ende auf der Rückseite.

Viele Bürger können so genannte haushaltsnahe Dienst- und Handwerkerleistungen steuermindernd geltend machen. Das gelte aber nur für Handwerker-Rechnungen, die mit dem Haushalt zu tun haben, verdeutlicht stellvertretender Leiter Ulrich Franz mit einem Beispiel: "Die Pflege des Hausgartens fällt darunter, aber nicht die Grabpflege." Rentner müssen keine Steuererklärung abgeben, wenn sie seit 2005 eine gesetzliche Rente beziehen, die nicht höher als 1550 Euro im Monat (bei Eheleuten das Doppelte) beträgt. Kommen andere Einkünfte (Betriebsrente, Zinseinkünfte) hinzu, sollten die Senioren fachkundigen Rat einholen. Im Sommer will das Finanzamt Hilden spezielle Beratungstage für Rentner anbieten. Sie stießen in der Vergangenheit auf großes Interesse. Rentner, die nicht wissen, ob sie eine Steuererklärung abgeben müssen, könnten bis dahin warten, ohne Nachteile befürchten zu müssen.

Quelle: RP

 
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