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Langenfeld: Entdeckung der Langsamkeit

VON STEFAN SCHNEIDER - zuletzt aktualisiert: 11.02.2012

Langenfeld (RP). Der von NRW-Innenminister Ralf Jäger verordnete Blitz-Marathon gegen Schnellfahrer hatte sich offenbar herumgesprochen. Die meisten Autofahrer in Langenfeld hielten sich gestern an die Tempobeschränkungen.

In der Straße Heinenbusch fuhren bei der Laser-Messung gestern alle Verkehrsteilnehmer vorbildlich.  Foto:  MATZERATH
In der Straße Heinenbusch fuhren bei der Laser-Messung gestern alle Verkehrsteilnehmer vorbildlich. Foto: MATZERATH

Dirk Fialkowski nimmt die dunkle Limousine ins Visier, die sich aus Richtung Haus-Gravener-Straße nähert. Der Polizeikommissar checkt die Anzeige des Lasergeräts. 32 km/h in der Tempo-30-Zone am Heinenbusch in Richrath – nicht der Rede wert. Mit einem "Raser" hat es Fialkowski hier definitiv nicht zu tun. Und bei derart geringfügigen Geschwindigkeitsüberschreitungen drücken er und seine Kollegen, Polizeioberkommissar Diethelm Kuger und die Polizeihauptkommissare Thomas Büscher und Frank Scheffler, auch ein Auge zu. "Wir stoppen hier erst ab 40 Stundenkilometern", berichtet Kuger.

Beschwerde nachgegangen

Info

Blitzertag-Fakten

Besetzung In der ersten Tageshälfte setzte die Polizei für die Kontrollen in Langenfeld vier Beamte ein, später acht. Ab Nachmittag war ein Radarwagen dabei.

Technik Zumindest die Langenfelder Beamten hatten trotz Minusgraden keine Probleme mit ihrem Lasergerät. Die Akkus hielten durch.

Gegen die Kälte mit Kappe oder Mütze und Handschuhen gut geschützt, hatte sich das Beamtenquartett gestern Mittag im Wohngebiet Heinenbusch postiert, um Temposünder auszubremsen. "Uns liegt eine Beschwerde vor, dass in diesem Bereich oft zu schnell gefahren wird. Die Überprüfung haben wir mit dem vom Innenminister angeordneten Aktionstag zur Unfallprävention verbunden", erklärte Kuger die Wahl des Standortes. Zumindest gestern bestätigte sich der Eindruck des Beschwerdeführers nicht. Keinen einzigen Schnellfahrer mussten die Beamten am Heinenbusch stoppen.

"Vielleicht liegt's an der Uhrzeit, vielleicht auch daran, dass die Leute über die Blitzer-Aktion Bescheid wissen. Mehr warnen, als das diesmal passiert ist, kann man ja eigentlich auch nicht", waren sich die Beamten einig. Tatsächlich konnte man gestern bei der Tour durch Langenfeld den Eindruck gewinnen, dass die Verkehrsteilnehmer die Langsamkeit entdeckt hatten. Die meisten steuerten ihr Gefährt sehr diszipliniert durch die Straßen. Kein Wunder – im Radio und in anderen Medien war das Thema den ganzen Tag über präsent.

In einigen Fällen mussten Diethelm Kuger und seine Kollegen aber doch einschreiten – besonders auf einem Einbahnstraßenstück mit Tempo-30-Beschränkung im Bereich Berghauser Straße/Winkelsweg, wo sich die Polizisten zwischen 11 und 12 Uhr postiert hatten. Neun Verwarngelder wurden dort angeordnet, ein Autofahrer schrammte knapp an einem Bußgeldbescheid vorbei: Er hatte 50 Sachen drauf. An der Lindbergstraße verwarnten die Beamten am Morgen einen Verkehrsteilnehmer, an der Trompeter Straße in Reusrath, wo der Blitzertag in Langenfeld in der Früh gestartet worden war, wurden keine Verstöße festgestellt. Zehn Verwarngelder lautete somit die Zwischenbilanz bis zum frühen Nachmittag; die Aktion wurde aber den Rest des Tages fortgesetzt. End-Ergebnisse will die Polizei heute oder morgen bekannt geben.

"Friede, Freude, Eierkuchen"

Bis zum Nachmittag hatten sich die ertappten "Sünder" übrigens durch die Bank einsichtig, freundlich und reumütig gezeigt. "Da war alles Friede, Freude, Eierkuchen. Querulanten waren nicht dabei", sagte Kuger. Nur die eine oder andere Ausrede  hörten die Beamten.

Quelle: RP


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