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Langenfeld: Enttäuscht über Wahlbeteiligung

zuletzt aktualisiert: 09.02.2010

Düsseldorf (RPO). Ganze 444 Langenfelder mit ausländischer Staatsbürgerschaft gaben am Sonntag bei der Wahl des Integrationsrats ihre Stimme ab – das waren lediglich 11,3 Prozent der Wahlberechtigten. Hierzu befragte RP-Redakteur Stephan Meisel den alten und aller Voraussicht nach neuen Vorsitzenden dieses aus 14 gewählten Migranten und fünf Stadträten (jeweils einer pro Fraktion) bestehenden Gremiums, Bruno Pascali (65).

Wie erklären Sie sich die geringe Wahlbeteiligung, was empfinden Sie?

Pascali Ich bin sehr enttäuscht darüber, dass von den etwa 4500 in Langenfeld wohnenden Migranten so wenige gewählt haben. Unsere Möglichkeiten, mehr von ihnen zu erreichen sind sehr begrenzt. Wir haben keinen Apparat wie die politischen Parteien, sondern können nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda oder über die ausländischen Kulturvereine für den Integrationsrat werben.

Was bedeutet die geringe Beteiligung für die Arbeit des Gremiums?

Pascali Natürlich hat der Integrationsrat umso mehr Gewicht, je mehr Menschen ihn gewählt haben. So sehr ich mich darüber freue, dass unsere Internationale Liste mit sieben von 14 Sitzen klar die stärkste Gruppe ist – ein schlechteres Abschneiden und dafür eine größere Wahlbeteiligung wäre mir lieber gewesen.

Ist der Integrationsrat trotzdem legitimiert, die Interessen aller Migranten zu vertreten?

Pascali Trotz Rückschlägen darf man nicht aufgeben. Ich freue mich, dass jetzt vermehrt viele fähige junge Leute mitmachen. Das gibt Zuversicht für die Zukunft. Wichtig ist, dass die gewählten Mitglieder auch an den fünf bis sechs Sitzungen im Jahr teilnehmen.

Was haben Sie sich für die nächsten Jahre vorgenommen?

Pascali Wir wollen die Kontakte zwischen den ethnischen Gruppen untereinander und mit den Deutschen weiter verstärken. Unser Bemühen ist es, so viele Ausländer wie möglich zu erreichen. Deswegen werden wir zu den ausländischen Vereinen gehen und uns Nöte und Probleme anhören. Die beste Möglichkeit, die Kontakte zu verstärken, bietet das alljährliche Internationale Kinder- und Familienfest im Freizeitpark Langfort.

Quelle: RP

 
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